Ende einer Ära

Kurt Bischofberger aus Lörrach hat rund 40.000 Kindern auf die Welt geholfen

Kathrin Ganter

Von Kathrin Ganter

So, 24. März 2019 um 12:00 Uhr

Lörrach

BZ-Plus Seit 40 Jahren ist Kurt Bischofberger Geburtshelfer, seit 25 Jahren leitet er die Geburtshilfe im St. Elisabethen-Krankenhaus Lörrach. Nun nimmt er Abschied.

Im "Eli" in Lörrach endet eine Ära: Zum Monatsende geht Kurt Bischofberger nach 25 Jahren als Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe in den Ruhestand. Im Gespräch mit Kathrin Ganter äußert er sich zu Veränderungen im Kreißsaal, Ängsten der werdenden Eltern und darüber, warum Mut und Selbstvertrauen in der Medizin wichtige Begleiter sind.

BZ: Wie viele Kinder haben Sie zur Welt gebracht?
Bischofberger: Knapp 40.000 Kinder sind in Lörrach unter meiner Leitung auf die Welt gekommen. Bei etwa zehn bis 15 Prozent der Geburten war ich dabei, das sind 6000 bis 7000 Kinder, die ich in Lörrach entbunden habe. Wenn ich hochrechne, wie viele Kinder ich über die Jahre entbunden habe, auch in Düsseldorf und in Afrika, dann komme ich sicherlich auch auf 40.000. Wenn junge Frauen zu mir kommen, richten sie mir oft Grüße von ihrer Mutter aus, die auch schon bei mir entbunden hat.
Zur Person
40 Jahre lang hat der 67-Jährige in der Geburtshilfe gearbeitet: 1979 begann er als Assistenzarzt im St.Elisabethen-Krankenhaus. Drei Jahre lang arbeitete Kurt Bischofberger anschließend im Süd-Sudan – später kehrte er mit der Hilfsorganisation Amref mehrfach nach Afrika für kürzere Einsätze zurück. Nach seiner Zeit in Afrika kehrte er ans "Eli" zurück, ehe acht Jahre als Leitender Oberarzt in Düsseldorf folgten. Seit dem 1. Januar 1994 ist Bischofberger Chefarzt am Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe im St. Elisabethen-Krankenhaus.
BZ: Sie sind schon seit 25 Jahren Leiter der Geburtshilfe im "Eli". Was waren in dieser Zeit die größten Neuerungen?
Bischofberger: Als ich anfing, habe ich die Geburtshilfe dahingehend geändert, dass sie mehr auf die Frauen ausgerichtet war – was bis dahin nicht der Fall war. Das hatte nichts zu tun mit Selbstbestimmung, man hat den Frauen gesagt, wie’s läuft. Mein Credo war, dass wir nur eingreifen, wenn es ein Notfall ist. Dass die Frau bestimmen kann, wie sie gebären möchte – Wassergeburten zum Beispiel gab es bis dato nicht. Wir haben ...

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