Betrugsfall um Dekan E.

Lahrer Dekan und Pastoralreferent: "Wir sind keine sündenfreie Kirche"

Manfred Dürbeck und Mark Alexander

Von Manfred Dürbeck & Mark Alexander

Do, 08. November 2018 um 17:51 Uhr

Lahr

BZ-Plus Der Lahrer Ex-Dekan ist wegen Betrugs verurteilt worden. Ruhe bei den Gläubigen vor Ort ist damit nicht eingekehrt. Im Interview sprechen Dekan Johannes Mette und Pastoralreferent Martin Wichmann über offene Fragen.

Mit der Verurteilung des früheren Lahrer Dekans vom Landgericht Mannheim ist die juristische Aufarbeitung der Verfehlungen des Priesters abgeschlossen. Ruhe bei den Gläubigen vor Ort ist damit noch nicht eingekehrt. Das hat zuletzt ein offener Brief des Seelbacher Gemeindeteams unmissverständlich klar gemacht. So wünschenswert der Blick nach vorne für manchen wäre, stärker ist noch immer das Bedürfnis nach Aufklärung. Mit Dekan Johannes Mette und Pastoralreferent Martin Wichmann haben Manfred Dürbeck und Mark Alexander einen solchen Versuch unternommen.

BZ: Der offene Brief des Gemeindeteams ist ein Hilferuf der Gläubigen vor Ort an den Erzbischof, den kriminellen Dekan wirksam aus dem Verkehr zu ziehen. Andernfalls drohe weiterer Vertrauensverlust. Wie bewerten Sie den Brief?
Mette: Ich schätze es, dass Menschen offen einem Bischof schreiben, was sie bewegt. Und dass der Bischof das auf diese Weise erfährt. Ich finde wichtig, dass die Erzdiözese transparent macht, was die nächsten Schritte sind. Zur Zukunft des ehemaligen Dekans kann man nichts sagen, weil das kirchenrechtliche Verfahren noch läuft. Ich verstehe, dass es den Leuten Angst macht, die jetzt nicht wissen, wie Freiburg entscheiden wird.

BZ: Der Gang an die Öffentlichkeit sollte den Druck verstärken, zeitnah aktiv zu werden. Offensichtlich hat man Zweifel an einer angemessenen Reaktion aus Freiburg, weil man dem Treiben lange zugesehen hat – ohne zu handeln.
Wichmann: Es ist unbestritten, dass Außenstehenden im Nachhinein die Zeit lange erscheinen mag, zwischen dem mutmaßlich ersten Verdacht und der tatsächlichen Verhaftung. Auch für mich persönlich war das eine schwierige Phase. Im Nachhinein muss ich sagen, das Bistum hat richtig gehandelt, so hart das für uns hier vor Ort war, nicht frühzeitig über den Verdacht informiert worden zu sein. Man musste zuerst den Verdacht erhärten, ehe man Beschuldigungen erhebt. Das ist doch kein tatenloses Zusehen. Am Tag der Verhaftung wurde er als Pfarrer suspendiert und das Gehalt gestrichen.

BZ: Das Stillhalten hatte ermittlungstaktische ...

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