Leserbriefe

Wolfgang Stump (Lörrach)

Von Wolfgang Stump (Lörrach)

Di, 14. Januar 2020

Lörrach

NARRENGILDE LÖRRACH
Machtinteressen und Rechthaberei
Zum Artikel "Die Stadt im närrischen Burgfrieden" von Peter Gerigk, BZ vom 8. Januar
Die Überschrift zum Beitrag über den Neujahrsempfang der Narrengilde Lörrach ist wohl nur ironisch zu verstehen. Unumstritten sind die Verdienste von Obergildemeister Jörg Roßkopf für die Straßenfastnacht Lörrach und insbesondere für die Narrengilde selbst. Die Gilde ist wieder "wer", was vor Roßkopfs Amtsantritt nicht unbedingt wahrzunehmen war. Doch seit einigen Jahren entsteht allerdings der Eindruck, dass es Herrn Roßkopf mit seinen Äußerungen mehr um die Durchsetzung von Machtinteressen und Rechthaberei geht als um den närrischen Burgfrieden.

Wenn seiner Forderung nach einem jährlichen städtischen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro nicht entsprochen werde, so – ich zitiere – "würden die Cliquen die Straßenfastnacht ausfallen lassen, nach Köln zum Karneval reisen und von dort eine Ansichtskarte nach Lörrach senden". Dies sei keine Drohung, so der Obergildenmeister. Ja, was denn sonst?, fragen sich Außenstehende. Merkwürdige Entscheidungen gab es auch in der Vergangenheit immer wieder, ich erinnere in diesem Zusammenhang an die seinerzeit erzwungene Änderung des Satzungszweckes beim Verein Kinderlache e.V., wonach akquirierte Spenden nicht nur für Kinder, sondern anderweitig verwendet werden sollen, oder an den Ausschluss der "Zündkerzen" vom Schnitzelbanggsingen oder aktuell an das Auftrittsverbot der Schnitzelbangg-Gruppen im Kolpingkeller St. Fridolin in Lörrach-Stetten.

Jedenfalls passt das diesjährige Fastnachtsmotto trefflich zu dieser Situation: "s`müffelt nümmi, s`stinggt scho!"

Wolfgang Stump, Lörrach