LEUTE

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Von tmx

Sa, 23. März 2019

Freiburg

BESUCH AM UWC

Dank an die Ministerin

Strahlender Sonnenschein zur Begrüßung: Als Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor dem UWC Robert Bosch College aus dem Auto stieg, war sie beeindruckt von der Aussicht: "Da habt ihr keine Mühen gescheut", sagte sie mit Blick auf Dreisam, Schwarzwald und schneebedeckte Berge. Zum ersten Mal besuchte sie das United World College, das 2014 in das ehemalige Kloster Kartause eingezogen ist.

Hintergrund des Besuchs ist die Einigung der Landesregierung zur Finanzierung von Privatschulen, die dafür sorgt, dass das UWC weiterhin finanzielle Unterstützung vom Land erhält. Darauf kam Christian Hodeige, Gesellschafter des UWC Freiburg, in seiner Begrüßung direkt zu sprechen: "Wir sind heilfroh, dass es in den Verhandlungen zu so einem positiven Abschluss gekommen ist." Im Anschluss an die Begrüßung gaben die beiden Schüler Sarah und Eray der Ministerin einen Einblick, wie sie im Robert Bosch College leben und lernen.

Auch Hans-Werner Cieslik, Geschäftsführer der Robert-Bosch-Stiftung, Dagmar Wolf, Bereichsleiterin Bildung der Stiftung, und Ex-Kultusminister Helmut Rau, jetzt Kuratoriumsvorsitzender des Colleges, nahmen an dem Rundgang teil.

Die Schüler zeigten ihnen die Schulräume und WGs und erzählten, warum das Motto "Wie kann es Frieden geben, wenn sich die Menschen nicht verstehen, und wie können sie sich verstehen, wenn sie sich nicht kennenlernen?" (Lester Pearson) schon im Alltag anfängt. "Wie kann ich verstehen, dass der andere nicht sofort den Abwasch macht?", schilderte Sarah die täglichen Herausforderungen des Zusammenlebens. "Das wird Ihnen in Ihrer künftigen Ehe helfen", entgegnete Susanne Eisenmann lachend. Der Rundgang endete im Auditorium, wo bereits alle Schüler auf die Truppe rund um die Ministerin warteten.

Für begeistertes Mitklatschen sorgte der Auftritt der Bollywood-Tanzgruppe der Schule. Zum Schluss bedankte sich Rektor Laurence Nodder noch einmal für die Förderung und den Besuch: "Vielen Dank, dass Sie jungen Menschen aus der ganzen Welt die Möglichkeit geben, hierher zu kommen, zusammen zu leben, sich kennenzulernen und so für Frieden zu sorgen."

WIWILI – FREIBURG

Kinderherzen gerettet

Die Kinder sind wohlauf, die Mütter erleichtert: Im Rahmen der Aktion "Kinderherzen retten" wurden in der Freiburger Uniklinik zwei Kinder aus Wiwilí am Herzen operiert. Der 22 Monate alte Jean und die 18 Monate alte Mildred sind Anfang März mit ihren Müttern Lineth Marinez und Martha Villareal nach Freiburg geflogen. Sie kommen aus Freiburgs Partnerstadt in Nicaragua. Mildreds Mutter Martha erzählt, wie schwierig die Situation dort ist: Ihr Mann finde wegen der politischen Unruhen kaum Arbeit, die wirtschaftliche Lage habe sich stark verschlechtert.

Am meisten belastet habe sie aber die Gesundheit ihrer Tochter: "Unser ganzes Dorf betet für sie." Das Beten hat sich gelohnt: Sowohl Mildred als auch Jean haben die Operationen gut überstanden, konnten am Donnerstag die Kinderklinik verlassen und erholen sich weiter in Freiburg, bevor sie Anfang April wieder zurückfliegen. Martha ist den Ärzten und dem Städtepartnerschaftsverein Freiburg – Wiwilí, der die Aktion unterstützt, sehr dankbar, dass Mildred wieder eine Lebensperspektive hat: "Ich hoffe, dass sie in ein paar Jahren zur Schule gehen kann."

Die Initiative, Jean und Mildred in Freiburg zu operieren, kam von der Freiburger Ärztin Kim Feger, die im vergangenen Jahr in Wiwilí gearbeitet hat. Untergebracht sind Kinder und Mütter bei Marlu Würmell-Klauss und Klaus Zimmermann vom Wiwilí-Verein. Würmell-Klauss erzählt, die Begegnung mit Martha und Mildred berühre sie sehr.

Die Aktion "Kinderherzen retten" der Uniklinik besteht seit 2002. Schon 2016 wurde ein Mädchen aus Wiwilí mit Hilfe der Aktion am offenen Herzen operiert: Die damals 17-jährige Rita Blandón studiert heute Medizin.HAUK MACHT SCHERZE

Niemand schläft

In seinem Grußwort zu einer Tagung am Donnerstag im Gebäude des Regierungspräsidiums an der Bissierstraße hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk für die Holzbauoffensive des Landes Baden-Württemberg geworben. Ginge es nach ihm, so würden künftig Neubauten des Landes – wie etwa der freilich schon ältere Bau des Regierungspräsidiums – nicht mehr in Beton, sondern in Holz errichtet. Den scharfen und die Baupreise treibenden Brandschutzvorschriften, wie sie für mehrstöckige Wohnhäuser aus Holz gelten, müssten solche Gebäude ja nicht unterworfen werden – denn, so Hauk, "hier schläft ja niemand". Schallendes Gelächter im Publikum.