Richtiges Verhalten

Lörracher Stiftung veröffentlicht Coronahinweise auf Arabisch und Dari

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Do, 26. März 2020 um 20:01 Uhr

Lörrach

Die Schubert-Durand-Stiftung kümmert sich um Frauen aus dem islamischen Kulturkreis. In Zeiten der Corona-Krise gibt es Hinweise auf Türkisch, Arabisch und Dari.

Um Frauen und Mädchen aus dem islamischen Kulturkreis, die schon im normalen Alltag mit besonderen Problemen zu kämpfen haben, kümmert sich in Lörrach die Schubert-Durand-Stiftung. In den vergangenen Tagen hat die Stiftung wichtige Hinweise und Verhaltensweisen für die besonderen Herausforderungen und Hürden während der Corona-Krise über ihre Social-Media-Kanäle in den Sprachen Türkisch, Dari (Afghanisch) und Arabisch kommuniziert und diese Informationen stets aktualisiert.


"Die Frauen hatten Angst, denn viele von ihnen können kein Deutsch und wissen nicht, wo sie die Informationen herbekommen." Anne Windhausen
Bereits vor mehr als zwei Wochen stellten die Mitarbeiterinnen der Schubert-Durand-Stiftung fest, dass die betreuten Frauen schon nicht mehr zu den Treffs oder zum gemeinsamen Singen kamen. Deshalb ergriff Anne Windhausen die Initiative. "Die Frauen hatten Angst, denn viele von ihnen können kein Deutsch und wissen nicht, wo sie die Informationen herbekommen", erklärt sie. Das mit der Kontaktsperre sei ja relativ schnell gegangen. Erst habe es geheißen, man dürfe nur zu dritt sein, und schon einen Tag später wurde das auf zwei reduziert.

Wenn plötzlich die Polizei vor ihnen steht, packe die Frauen außerdem die Angst. "Weil sie das vielfach von Zuhause als etwas Gefährliches kennen", wie Anne Windhausen erläutert. Deshalb setzte sie einen entsprechenden Informationstext auf und ließ ihn zunächst von den der jeweiligen Sprache mächtigen Mitarbeiterinnen auf Dari, Türkisch und Arabisch übersetzen. Dazu gehörte auch, den Inhalt einerseits etwas zu vereinfachen, andererseits aber auch auszuschmücken. Denn im arabischen Raum, so berichtet Gudrun Schubert, wird viel mit Redewendungen und zierendem Schnickschnack kommuniziert.

Auch noch in Betracht gezogen werden musste die Tatsache, dass viele der Frauen – neu zugewanderte wie auch schon länger hier lebende – keine umfassende Bildung haben. "Sie sind also nicht bloß der deutschen Sprache nicht mächtig, sondern können ihre eigene Sprache auch nicht schreiben und lesen", sagt Anne Windhausen.



Deshalb wurden die Hinweise und Informationen zur Corona-Krise in den drei Sprachen auch zusätzlich als Audio-Dateien aufgenommen und zusammen mit den Texten auf der Homepage der Schubert-Durand-Stiftung veröffentlicht. "Auf diese Weise konnten wir die Frauen beruhigen und aufzeigen, dass sie gute Chancen haben sich zu schützen, wenn sie sich an die Verhaltensregeln halten." Aktuell findet man auf der Stiftungsseite auch den Link zur Corona-Ethnomed-Seite mit Infos in vielen Sprachen.
Zur Website mit den Infos geht’s hier: www.schubert-durand-stiftung.de