Einfache und schnelle Rezepte

NACHSCHLAG: Vorausschauend kochen

Ulrike Ott

Von Ulrike Ott

So, 05. September 2021

Gastronomie

Zeitmangel kennen wir alle. Regelmäßig hetzen wir durch den Tag und kommen dann irgendwie doch zurecht – und das mit nur zwei Händen, sagt die britischen Bäckerin, Köchin, Kolumnistin und Fernsehmoderatorin Nadiya Hussain. Sie denkt im Vorwort ihres Buchs "Time to Eat" darüber nach, wie es wäre, ein Tintenfisch zu sein. Einer mit acht Gliedmaßen zum Jonglieren der täglichen Aufgaben wie Tippen, Klicken, aber auch Wischen, Einkaufen oder Essen in sich hineinschaufeln.

Um etwas mehr Zeit zu haben, hat sie sich eine besondere Art des Kochens angeeignet. Ihre Familienrezepte sind alle darauf ausgerichtet, dass die Mengen für mindestens zwei Mal reichen oder dass die Reste in ganz neue Gerichte verwandelt und am nächsten Tag ohne großen Aufwand auf den Tisch gebracht werden können. Das Buch ist in fünf Kapitel nebst Register unterteilt und beginnt logischerweise mit dem Frühstück. Himbeer-Cheesecake-Croissant oder lieber Fladenbrote mit Honig? Kokosklebereis mit Ananas oder Blumenkohlpfanne mit Eiern? Für meinen Geschmack sind Nadiyas Ideen für den frühen Morgen viel zu üppig, ich würde lieber zu Brötchen oder Müsli greifen. Aber die Rezepte sind fürs Brunchbuffet oder ein leichtes Mittagessen bestens geeignet. Zaziki-Quesadillas mit Huhn, herzhafte Restesuppe, eine Spinat-Quiche ohne Mürbeteigboden und überbackene Ofenkartoffeln in vielen Varianten gibt es dann im Kapitel für Mittagsgerichte. Pfiffig sind die Nudeln mit Rote-Bete-Soße und Schafskäse – wie fast alles bei der Autorin fix zubereitet und in diesem Fall von einer unglaublichen Farbintensität. Bei den Abendessen klingt die Thai-Paprika-Suppe verlockend und auch die Bratwurst-Rösti-Pfanne mit bengalischer Note oder das Brathähnchen mit Zitronencouscous scheinen aromatisch und superunkompliziert zu sein. Und dann gibt es auch noch Desserts wie einen Blechkuchen mit eingelegten Zitronen oder das Grapefruit-Tiramisu. Zu guter Letzt werden dem Leser ein paar wichtige Grundlagen angeboten – Currypasten und Gewürzmischungen, Knoblauchbrötchen oder Pita. Fazit: Ein hilfreiches Kochbuch, wenn jemand eine Vorliebe für die indische Küche hat und einfache, schnelle Rezepte für ein entspannteres Leben schätzt. Recht amüsant zu lesen sind auch die kleinen Hintergrundgeschichten aus dem Familienalltag der Autorin.
Nadiya Hussain: Time to Eat. Ars Vivendi Verlag, Cadolzburg 2021. Übersetzung Carla Gröppel-Wegener. 256 S., 24 Euro