Neueröffnung

Neue Weinbar "Trotte" will ein ungezwungener Treffpunkt mit Anspruch sein

Gina Kutkat

Von Gina Kutkat

Do, 06. August 2020 um 11:45 Uhr

Gastronomie

Feine Weine und dazu passende Snacks an einem Ort für gute Abende: Ende Juli haben Philipp Barho, Vincent Keller und Friedrich Keller die Weinbar "Trotte" in der Fischerau in Freiburg eröffnet.

Die Freiburgerinnen und Freiburger scheinen durstig zu sein: Im Eingangsbereich der neu eröffneten Weinbar "Trotte" stapeln sich auf einer Sackkarre Kisten mit leeren Weinflaschen. "Gestern haben sie uns alles leer getrunken", sagt Geschäftsführer Philipp Barho an einem warmen Augustnachmittag, kurz bevor die ersten Gäste kommen. Zusammen mit Friedrich und Vincent Keller – den Söhnen von Fußballfunktionär, Winzer, Gastronom und Weinhändler Fritz Keller – hat der 25-Jährige am 31. Juli die Weinbar in der Fischerau eröffnet. "Unser Ziel war, irgendwann im Juli aufzumachen, das ist uns ganz knapp geglückt", sagt Barho.

"Egal, ob junger Mensch, der gerne Wein trinkt oder etablierter Weinkenner. Weintrinken soll bei uns Spaß machen." Friedrich Keller

Wie seine beiden Freunde und Kollegen ist der gebürtige Lahrer vom Fach. Seine Ausbildung zum Koch absolvierte er im "Schwarzen Adler" in Oberbergen, dem Familiensitz der Familie Keller. Dort arbeitete er auch zuletzt als Sommelier. Somit spielen Ort und Anspruch in der Geschichte der "Trotte" eine wichtige Rolle. Friedrich (29) und Vincent (27) Keller sind in Oberbergen im elterlichen Betrieb zwischen "Schwarzem Adler", "Rebstock" und dem Weingut aufgewachsen; Winzer Friedrich, der in Geisenheim Weinbau und Oenologie studierte, ist mittlerweile Geschäftsführer des Unternehmens. Mit der "Trotte" haben die Drei jetzt einen Treffpunkt geschaffen, den sie sich für Freiburg immer gewünscht haben.

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"Zwischen Bar und Restaurant kann man hier abends kurz herkommen und ungezwungen ein Glas Wein trinken", sagt Friedrich Keller. "Oder man bleibt vier Stunden sitzen und probiert sich durch die Weinkarte." Den 56-quadratmetergroßen Gastraum hat das Trio zusammen mit Schreiner Johannes Huber aus Eichstetten modern und stylisch dafür gestaltet: dunkle, waldgrüne Wände, Holztische, schwarze Barhocker im Industrial-Stil, eine grüngeflieste Theke als Blickfang und hier und da Hinweise auf den "Schwarzen Adler" wie kleine goldene Lampen oder Bilder von Rebsorten an den Wänden. Im sommerlichen Hinterhof kann man auf gezimmerten Treppen ein Weinchen trinken, gegessen wird drinnen an den Tischen. Auch draußen zur Fischerau hin gibt’s Sitzmöglichkeiten. Wer Glück hat, bekommt den großen Stammtisch: "Unser Vorbild dafür waren die Restaurants im Kaiserstuhl; dort gibt es das überall", sagt Philipp Barho.

Der Wein steht im Mittelpunkt

Das Ziel der "Trotte"-Betreiber: "Die Leute abholen. Egal, ob junger Mensch, der gerne Wein trinkt oder etablierter Weinkenner. Weintrinken soll bei uns Spaß machen", sagt Friedrich Keller. Rund 400 Weine stehen auf der Weinkarte der "Trotte", 12 davon sind im offenen Ausschank; der preisliche Spannungsbogen reicht von unter 30 Euro bis zu teureren Raritäten aus Frankreich. "Ich habe das ausgewählt, was wir selbst am liebsten trinken", sagt Keller, der auch in Winzerkreisen als ausgewiesener Kenner gilt, besonders, was Burgunderweine angeht. Diese Expertise drängt er niemandem auf, aber wer in die Trotte kommt und interessiert ist, kann sich von ihm die großen Weine erklären lassen. Egal ob Laie oder Weinkenner.

Die meisten Weine auf der Trotte-Karte kommen aus Deutschland und Frankreich, der Fokus liegt auf badischen Weinen und Weingütern: Salwey, Bernhard Huber, Dr. Heger, Michel, Wöhrle, Martin Räpple und viele mehr. "Wir kennen die meisten Winzer persönlich; große Marken gibt’s bei uns nicht", sagt Friedrich Keller. Auch die eigenen Franz-Keller-Weine werden angeboten.

Was die Speisen angeht, soll es "ohne Schnickschnack" zugehen: Das Essen soll zum Wein passen, die Zutaten sind lokal und saisonal. "Einfach, aber mit Anspruch", sagt Philipp Barho. Koch Felix, der auch im "Schwarzen Adler" lernte, setzt das um in kleine Gerichte unter zehn Euro wie Brot mit Butter (3 Euro), gerösteter Blumenkohl (4,50 Euro) oder rohmarinierte Zucchini mit getrockneter Tomate (8,50 Euro). Aber auch ein Entrecôte (18 Euro), eine Tartarstulle (14 Euro), Pastrami-Sandwich (12 Euro) oder Burrata (11 Euro) sind im Angebot. Das Fleisch stammt von Metzgerei Feißt in Teningen, das Oberlindenbrot und die Münsterflûte von Bäckerei Pfeifle, Sardinen kommen von der Fischerei Schwab.

Vor einer Woche hat die Weinbar eröffnet, und zwar ohne große Ankündigung und Aufregung. So spiegelt sich der Charakter der leisen Weine, die elegant und präzise sind, auch im Konzept der "Trotte" wider. Am selben Ort in der Innenstadt gab es übrigens schon früher mal eine Trotte, das Schild mit der Weinpresse über dem Eingang hängt noch. Dass man auch in der neuen "Trotte" einen schönen Abend haben kann, hat sich herumgesprochen. Eine Reservierung wird empfohlen.
Trotte Weinbar

Fischerau 28
79098 Freiburg
Instagram: @trotte.weinbar.freiburg

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag

17 bis 24 Uhr

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