Superfood mit Hanfsamen liegt im Trend

dpa

Von dpa

So, 20. September 2020

Gastronomie

Der Sonntag Experten raten trotz gesundheitsfördernder Eigenschaften zur Vorsicht: Bei Lebensmitteln auf Herkunft achten.

Ob als Salatöl, im Müslimix oder in Getränken: Hanf liegt im Trend. Die Samen gelten als sogenanntes Superfood mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Allerdings sollten Verbraucher beim Einkauf auf bestimmte Punkte achten, wie der Tüv Süd erklärt.

Hanfsamen enthalten hochwertiges Fett, Protein, Vitamine sowie Ballast- und Mineralstoffe. Hanfsamenöl ist reich an ungesättigten und essenziellen Fettsäuren, den Vitaminen B und E sowie Calcium, Magnesium und Eisen. Samen und Öl werden zahlreiche gesundheitliche Wirkungen zugesprochen, wissenschaftlich sind diese aber nicht nachgewiesen – und Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel mit Hanf dürfen daher auch nicht mit Krankheitsbezug beworben werden.

Der private Eigenanbau jeglicher Hanfsorten – darunter auch Nutzhanf oder Hanf als Zierpflanze – ist in Deutschland verboten. Bestimmte Teile der Hanfpflanze, wie Blüten und Stängel, enthalten das Cannabinoid THC, das die Psyche beeinflussen kann. Das gilt zwar nicht für die Hanfsamen. Dennoch könnten diese bei der Ernte mit THC-reichen Pflanzenteilen in Berührung kommen und in geringen Mengen in daraus hergestellte Lebensmittel gelangen, erklären die Experten.

Verbraucherschützer raten daher empfindlichen Menschen, auch Kindern, Schwangeren und Stillenden, vorsorglich andere Samen und Öle zu nutzen. Sie empfehlen beispielsweise Walnussöl oder Leinsamen.

Grundsätzlich wichtig sei, beim Einkauf hanfhaltiger Lebensmittel auf die Herkunft zu schauen. Der Tüv Süd rät, nur gesicherte Quellen zu nutzen und auf eine Herkunft aus Europa zu achten. Bestellungen in Webshops könnten dagegen mit Risiken bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit, Herkunft und Qualität der Produkte verbunden sein.