Statistik

Vor allem junge Menschen infizieren sich im Kreis Lörrach mit Corona

Jonas Hirt & BZ

Von Jonas Hirt & BZ-Redaktion

Sa, 02. Oktober 2021 um 05:52 Uhr

Kreis Lörrach

Sars-CoV-2 trifft immer häufiger Kinder und junge Erwachsene. Das geht aus einer Statistik des Landratsamts Lörrach hervor. Im September liegt das Durchschnittsalter der Infizierten bei 32,3 Jahren.

678 Menschen haben sich im September mit Sars-CoV-2 infiziert. Fast ein Drittel der Infizierten ist jünger als 20 Jahre. Erweitert man die Gruppe auf Menschen, die jünger als 30 sind, kommt man fast auf die Hälfte der Infektionen. Die meisten Infektionen (128) gibt es aber in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen. Auffällig sind die niedrigen Zahlen bei Senioren. In der Gruppe der 70- bis 79-Jährigen gab es 13 Infektionen, eine mehr verbuchte die nächste ältere Altersgruppe. Und in der Gruppe der 90- bis 99-Jährigen gab es nur drei Corona-Fälle. Während im August die Sieben-Tage-Inzidenz stetig stieg, allerdings langsamer als in den Wellen zuvor, gab es im September eine Seitwärtsbewegung bei der Inzidenz. In den vergangenen Tagen ist der Wert sogar deutlich gesunken und liegt wieder unter 50.

Für Viviane Moersig, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts, liegt die Erklärung für die Altersverteilung nicht ausschließlich an der Impfung. Es spreche aber einiges dafür, dass die "hohe Impfquote bei den über 60-jährigen im Vergleich zu den Jüngeren eine nicht unerhebliche Rolle spielt". Zugleich beobachte man, dass das Durchschnittsalter der Intensivpatienten nicht mehr bei jenseits von 70 Jahren liegt. Im Kreis gebe es auch schwere Verläufe bei Menschen unter 40 Jahren, zunehmend seien sie ungeimpft. Das Durchschnittsalter liegt bei 59,9 Jahren im September. 13 von 14 Intensivpatienten sind ungeimpft. Im Schnitt verbrachten die Patienten neun Tage auf der Intensivstation.

Die Entwicklung ist laut dem Gesundheitsamt auch bei den Todesfällen so. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt im September bei 64,2. Darunter ist auch eine Person, die doppelt geimpft war. Sie habe unter Vorerkrankungen gelitten. Auffällig sei die hohe Zahl an Impfdurchbrüchen im September – 102. Denn seit April gebe es nur 186 Durchbrüche bei 2885 Infektionen insgesamt. Dies kann laut Gesundheitsamt nicht abschließend beurteilt werden.

Impfappell der Landrätin und des Gesundheitsamts

Fest steht aber für das Gesundheitsamt, dass die Impfungen wirken. Denn bei den Impfdurchbrüchen würden die meisten Infektionen mit wenigen Ausnahmen ohne schwerwiegenden Symptome verlaufen. Die stellvertretende Leiterin der Gesundheitsbehörde kommt daher zum Fazit: "Wir als Gesundheitsamt können angesichts des ungewissen Winters darum weiterhin nur an alle appellieren, sich impfen zu lassen – um sich selbst zu schützen, aber auch um andere zu schützen und eine erneute extreme Belastung der Intensivstationen, wie sie auch in den Kreiskliniken zu beobachten war, zu verhindern."

Wer noch keine Impfung erhalten hat, kann diese nicht mehr im KIZ bekommen, es ist seit Freitag geschlossen, das gilt auch für die andern Einrichtungen im Land.

61,3 Prozent der Menschen im Kreis Lörrach haben den vollen Impfschutz, damit liegt der Kreis über dem Landesschnitt von 60,5 Prozent. 63,9 Prozent der Kreisbewohner sind erstgeimpft, auch hier liegt der Wert leicht über dem Landesschnitt von 63,1.

Für Landrätin Marion Dammann steht fest, dass diese Quoten zu niedrig sind. "Auch wenn die Impfzentren von Anfang an als Übergangslösung gedacht waren, bleibt die Frage offen, ob die Schließung zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung war", wird sie in einer Mitteilung zitiert. Die Landrätin würdigt aber das Engagement der Mitarbeitenden in der Lörracher Einrichtung. Nun ende ein "außergewöhnliches Kapitel auch für unseren Landkreis", so die Landrätin.