Fungi international

Warum deutsche Pilze als polnische verkauft werden

Heinz Siebold

Von Heinz Siebold

Fr, 16. Oktober 2009 um 18:13 Uhr

Wirtschaft

Dieses Jahr war kein besonders gutes für Südbadens Pilzsammler. Das Geschäft mit massenhaft importierten Fungi auf Märkten und in Supermarktregalen dagegen lief wie gewohnt. Doch sauber geht es dabei nicht immer zu.

Der Regen kam zu spät und dann kam gleich der Frost – die Pilzsammler haben vergeblich auf eine ertragreiche Spätlese einer dürren Saison gehofft. Zu lange war es staubtrocken im Wald, das Pilzgeflecht brachte wenig Fruchtkörper hervor. So war es in Südbaden, weitgehend auch in der Schweiz. Anders im Sauerland, in Thüringen und im Bayerischen Wald. Dort wuchsen die Schwammerl wie verrückt. Die Pilzwelt ist ungerecht.
Auf dem Wochenmarkt und im Supermarkt aber, da liegen sie zentnerweise: goldgelbe Pfifferlinge. Preiswert sind sie, in der Regel für zwei Euro pro hundert Gramm zu haben, manchmal für weniger. Das ist preiswerter als manches Fleisch. Aber Pilze kaufen? "Polen" steht auf einem Marktstand am Freiburger Münster. Polen in Anführungszeichen. Damit ist, wohl unabsichtlich, das Dilemma benannt: Man weiß nicht, woher Importpilze kommen, wer sie wo gepflückt hat und ob sie frei von Schadstoffen sind.
Sie sind meistens zu alt und schmecken labberig"Walter Pätzold
"Ich kaufe keine Wildpilze, egal, welche und egal, wo", sagt Walter Pätzold mit Entschiedenheit. Der 61-Jährige ist Pilzspezialist seit 30 Jahren. Er leitet die Schwarzwälder Pilzlehrschau, ...

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