Gott und der Kosmos

Was glauben Forscher, die glauben?

Jens Schmitz

Von Jens Schmitz

Sa, 06. August 2011 um 00:00 Uhr

Deutschland

Lässt die Forschung noch Platz für Gott? Wie stellen sich Physiker Schöpfung vor – oder ein Leben nach dem Tod? Der Astrophysiker Gerhard Börner sprach mit Jens Schmitz über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion.

Lässt die Forschung noch Platz für Gott? Wie stellen sich Physiker Schöpfung vor – oder ein Leben nach dem Tod? Gerhard Börner (70), Autor von "Das neue Bild des Universums" und Forscher am Münchner Max-Planck-Institut für Astrophysik, gehört zu den renommiertesten Vertretern seiner Zunft. Jens Schmitz hat mit ihm gesprochen.

BZ: Herr Börner, ich habe mir sagen lassen, die wissenschaftlichen Disziplinen würden sich in ihrer Bereitschaft, über Religion nachzudenken, unterscheiden – am spannendsten seien die Astrophysiker. Ist das so?

Ich denke, es ist ein Missverständnis, physikalische Formeln und religiöse Aussagen zu vermischen. Gerhard Börner Börner: Es gibt schon Unterschiede. Bei den Biologen und Chemikern sagen prominente Vertreter: Alles läuft nach bestimmten Regeln, und da gibt’s überhaupt keine Probleme, das alles zu verstehen. Wozu dann noch Religion? Astrophysiker und Physiker sind ein ganzes Stück vorsichtiger. Durch die Anfang des 20. Jahrhunderts gemachten Entdeckungen wie die Quantenmechanik und die Kosmologie hat man eine etwas bescheidenere Haltung eingenommen, weil man gesehen hat, dass es viele Dinge gibt, die schwer zu erfassen sind und eigentlich nicht dem entsprechen, was man sich mit dem gesunden Menschenverstand so vorstellt. Es gibt viele Fragen, die in der Wissenschaft nicht beantwortet werden, zum Beispiel nach dem Sinn des Ganzen oder der Bedeutung der Entstehung von Leben. Wenn man sagt, es ist sinnlos, solche Fragen zu stellen, dann klammert man diesen Bereich eben aus. Für uns persönlich ist er aber wichtig.


BZ: Ihr prominenter Kollege Stephen Hawking hat in seinem jüngsten Buch ein Modell des Universums vorgestellt, das ohne Schöpfer funktioniert.

Börner: Ich denke, es ist ein ...

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