Rabatte, Rabatte, Rabatte

Worauf man bei Black-Friday-Angeboten achten sollte

dpa, AFP

Von dpa & AFP

Sa, 21. November 2020 um 15:33 Uhr

Wirtschaft

Aktionstage wie der Black Friday und der darauf folgende Cyber Monday versprechen hohe Preisnachlässe. Doch in der Rabattschlacht ist Vorsicht geboten. Diese Tricks sollten Schnäppchenjäger kennen.

Ende November ist die Zeit der Rabattschlachten im Handel. Schon in der Woche vor dem Aktionstag Black Friday (27. November), importiert aus den USA, hagelt es Angebote im Netz. Dem folgt dann noch der Aktionstag Cyber Monday (30. November). Doch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor blinder Kaufwut. Denn wer sich ohne Nachdenken mitreißen lässt, könnte auf diese Tricks hereinfallen:

1. Faktor: Der Preis
Sparpreise werden meist im Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers (UVP) angegeben. Diese werden teils auch als Mondpreise bezeichnet, weil sie vom Start weg nicht dem üblichen Verkaufspreis entsprechen.

Einige Tage vor der Aktion werden Preise in einigen Fällen heraufgesetzt, um sie dann wieder senken und als großen Rabatt feiern zu können. Bestimmte Produkte verschwinden auch plötzlich zum Beginn der Aktion aus dem Sortiment − und tauchen dann nach Ende der Aktion plötzlich wieder auf.

Im Schnitt lagen die Rabatte nach Angaben der Verbraucherschützer an verschiedenen Aktionstagen eher bei 20 Prozent als bei den angegebenen 50 Prozent. Interessenten rät die Verbraucherzentrale deshalb, die Preisentwicklungen eine längere Zeit vor der Aktion genau zu beobachten.

2. Faktor: Die Zeit
Ablaufende Uhren oder Balken, die Zeitlimits setzen oder schwindende Lagerbestände anzeigen, setzen Kunden unter Druck. Reicht die Zeit nicht, um das Angebot zu prüfen, ist gegen einen Kauf auf Verdacht nichts einzuwenden. Kunden sollten allerdings zuvor checken, ob eine kostenlose Stornierung möglich ist.

Im Zweifelsfall bleibt Kunden immer noch der Widerruf. Dieser ist bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach der Lieferung des Produkts gestattet. Es können allerdings Rücksendekosten anfallen.

3. Faktor: Die Sicherheit
Die Verbraucherzentrale NRW rät von Käufen per Vorkasse oder Direktüberweisung dringend ab. Dahinter können sich Fake-Angebote verbergen. Gerade bei unübersichtlichen Rabattschlachten gesellen sich solche Schwindler gerne dazu. Sicherer ist die Zahlung per Rechnung oder Lastschrift.

Kunden sollten eine verschlüsselte Datenübertragung beim Einkauf nutzen und nicht aus einem öffentlichen WLAN heraus bestellen, um ihre Bankdaten zu schützen.

Zum Ende des Kaufs sollten Kunden außerdem den Browserverlauf und die Cookies löschen, damit es Händlern nicht gelingt, umfassende Profile über das Kaufverhalten anzulegen.
Was Eltern bei Internetkäufen des Nachwuchses tun können

Von Peter J. Koop

Wenn Kinder im Internet ohne Zustimmung der Eltern etwas bestellen, ist der Vertrag unwirksam. Minderjährige sind nur beschränkt geschäftsfähig. Das Gesetz räumt 7- bis 18-jährigen zwar die freie Verwendung ihres Taschengeldes ein, aber nur, wenn damit sofort und komplett bezahlt wird. Bestellungen auf Rechnung sind nicht erlaubt, genauso wenig wie Ratenzahlungen und Abonnements. Eltern können solche Zahlungen getrost verweigern.

Doch was ist, wenn das Kind heimlich mit der Kreditkarte der Eltern einkauft? Hier kann das Geld zurückgefordert werden. Vorhaltungen des Händlers, man würde die Kinder nur vorschieben, ändern daran meist nichts. Shoppt der Nachwuchs aber heimlich über ein Kundenkonto der Eltern, kann das zur Schließung des Kontos führen. Betreiber halten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) in der Regel fest, dass Minderjährige die Portale ohne Mitwirkung eines Elternteils nicht nutzen dürfen.

Und wenn das Kind in die Abofalle einer dubiosen Firma gerät, etwa durch das Anklicken von Werbung in Sozialen Medien und die Eingabe persönlicher Daten? Auch hier können Rechnungen, Mahnungen und Inkassoschreiben ignoriert werden, denn der gesetzliche Minderjährigenschutz ist unumstritten. Bei Schwierigkeiten sollten Betroffene rechtliche Hilfe einholen, zum Beispiel beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland in Kehl. Das EVZ berät kostenlos bei Streitigkeiten mit einem Händler im EU-Ausland, in Island, Norwegen oder Großbritannien.

In Frankreich verspätet sich der Schnäppchentag Black Friday in diesem Jahr – wegen der Corona-Pandemie. Der US-Onlineriese Amazon zeigte sich auf Druck der Regierung bereit, seine Rabattaktion vom 27. November auf den 4. Dezember zu verschieben. Die große Furcht der französischen Einzelhändler: Der US-Riese Amazon würde am Black Friday am 27. November den großen Reibach machen, während kleine Buchläden, Spielwaren- oder Elektronikgeschäfte leer ausgingen. Unter dem geltenden Lockdown in Frankreich sind die meisten Geschäfte vorerst bis zum 1. Dezember geschlossen.