Coronavirus

Ausgangsbeschränkungen: Darf mein Kind mit anderen im Hof spielen?

Jens Schmitz

Von Jens Schmitz

Di, 24. März 2020 um 09:48 Uhr

Südwest

Die Richtlinien für öffentliche Bereiche sind streng – doch wie sieht es mit privatem Gelände aus? Ist das Spielen im gemeinschaftlichen Hof ein legales Ventil für gestresste Familien in der Coronakrise?

Von Bewegungsdrang erfüllte Kinder tun sich schwer mit dem corona-bedingten Stubenarrest. Auch Freunde zu treffen ist schwierig geworden. Allgemein zugängliche Spiel- und Bolzplätze sind geschlossen; im öffentlichen Raum dürfen nur noch Familien Gruppen von mehr als zwei Personen bilden. All das regelt die Corona-Verordnung der Landesregierung (CoronaVO), die am Wochenende erneut verschärft wurde.

Doch was ist mit privaterem Gelände? Berichten zufolge spielen vielerorts Kinder aus Mehrfamilienhäusern inzwischen im gemeinschaftlichen Hof, teils unter Einbindung Aufsicht führender Eltern. Ein legales Ventil für gestresste Familien?

Die Corona-VO klingt deutlich: "Außerhalb des öffentlichen Raums sind Veranstaltungen und sonstige Ansammlungen von jeweils mehr als fünf Personen (...) verboten." Ausnahmen gibt es nur, wenn alle Beteiligten in gerader Linie verwandt sind oder in einem gemeinsamem Haushalt leben.

Aktuell gilt die Fünf-Personen-Regel – doch das kann sich ändern

In Gemeinschaftsgärten oder -höfen dürften also jeweils höchstens fünf Personen miteinander spielen, wenn nicht alle zur selben Familie gehören. Doch nach Auskunft der Landesregierung prüfen Juristen aktuell noch, ob nicht auch solche Flächen als öffentlich betrachtet werden können – dann wären nur Zweierkonstellationen zulässig.

Ein Sprecher des Innenministeriums warb am Montag um Verständnis dafür, dass die Verordnung noch nicht jedes Detail genau regle. Es sei darum gegangen, schnell ein Signal zur Kontaktreduzierung zu setzen. Die Polizei setze die Vorgabe streng durch; die Folgen prüfe später die Staatsanwaltschaft. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, unterlasse solche Zusammenkünfte besser.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) erklärte am Montag, die Polizei habe am Wochenende rund 2750 Kontrollen durchgeführt, um die Einhaltung der Verordnung zu überwachen. Dabei seien 480 Straftaten und 79 Ordnungswidrigkeiten angezeigt worden. "Die Menschen halten sich immer mehr an die neuen Regeln."