Exzellenzcluster

Was technische Materialien von Fliegenfallen lernen können

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Fr, 15. März 2019 um 23:16 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Forscher an der Uni Freiburg träumen davon, die Anpassungsfähigkeiten der Natur in die Technik zu übertragen - in sogenannte bioinspirierte Materialsysteme. Dafür fördert der Bund sie mit 50 Millionen Euro.

"Diese Tasse hier", sagt Jürgen Rühe und nimmt das blass-beige Gefäß vor sich in die Hand, "wird immer so bleiben. Sie hat konstante Eigenschaften, die ihr bei der Herstellung mitgegeben worden sind." Der Professor für Chemie und Physik von Grenzflächen fährt mit dem Finger am Tassenrand entlang, klopft leicht dagegen: "Ihre Form wird sich auch im Verlauf von Monaten und Jahren nicht ändern, sie wird immer gleich aussehen, immer gleich stabil und gleich bruchanfällig sein." Und damit ist sie für Rühe uninteressant.

Deutlich spannender findet der Wissenschaftler vom Institut für Mikrosystemtechnik (Imtek) an der Universität Freiburg einen Kiefernzapfen. Der öffnet und schließt sich mit der Intention, seine Samen bei den bestmöglichen Bedingungen freizugeben und bei widrigen Umständen zu schützen. "Sich an Umgebungen anpassen zu können, ist der Schlüssel fürs Überleben, deshalb ändern sich die Eigenschaften lebender Organismen in der Natur permanent", erklärt Rühe.

Er träumt davon, diese Anpassungsfähigkeiten von der Natur in die Technik zu übertragen, in sogenannte bioinspirierte Materialsysteme. Die sollen ihre Eigenschaften je nach Bedarf selbständig ändern können, die Energie, die sie dafür benötigen, generieren sie ebenfalls eigenständig aus ihrer Umwelt. "Lebendige, adaptive und energieautonome Materialsysteme" lautet der Fachbegriff dafür, auf Englisch ...

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