Indonesische Küche

Buchtipp: "Fire Islands" lässt Geschmacksexplosionen entdecken

Sven Meyer

Von Sven Meyer

So, 23. August 2020

Gastronomie

Der Sonntag Die indonesische Küche ist in Deutschland nicht allzu verbreitet, wenn sind Gewürze wie die Muskatnuss bekannt. Eleanor Ford bringt mit ihrem Buch "Fire Islands" Licht ins kulinarisch Dunkle.

Der riesige Inselstaat Indonesien ist nicht nur ein Schmelztiegel der Kulturen, sondern bietet auch eine der spannendsten Küchen dieser Welt. Der Vielvölkerstaat im Indischen Ozean ist als die Heimat zahlreicher Gewürze bekannt, wie etwa Muskatnuss oder Gewürznelke. Viele der aufregenden Gerichte, die die Menschen dort essen, kennen in Deutschland jedoch nur Insider. Auch die Zahl der indonesischen Restaurants ist überschaubar. Kulinarischen Entdeckerseelen bleibt also derzeit nichts anderes übrig, als die Rezepte selbst auszuprobieren. Das 240 Seiten starke Rezeptbuch "Fire Islands" deckt einen Großteil der Geschmacksexplosionen, die diese Küche auszeichnet, ab. Die preisgekrönte Kochbuchautorin Eleanor Ford präsentiert die ganze Vielfalt in ebenso benutzerfreundlicher wie ästhetischer Weise. Nach einer kenntnisreichen Landeskunde und einem kulinarischen Rundflug über die größten Inseln (Anmerkung: Insgesamt gibt es über 17 000), geht es direkt mit einer indonesischen Paradedisziplin los, dem Streetfood. Dabei dürfen natürlich die berühmten Spieße, die Saté, nicht fehlen, die zum Beispiel in Form von Hähnchenbrust mit köstlicher Erdnusssauce serviert werden. Bei den größeren Gerichten macht sich der indische Einfluss bemerkbar. Die sämigen Hauptspeisen werden unter anderem gerne mit Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Fenchel, Gewürznelken und Curryblättern gewürzt. Das komplex gewürzte Lammkorma, das mit Pfannkuchen serviert wird, erinnert an ein indisches Curry, ist jedoch filigraner. Was den meisten Rezepten gemein ist, sind die Gewürzpasten, die die Grundlage bilden und mit wenigen Zutaten aus dem Asia-Laden im Nu selbst gemacht sind. Für Exotik sorgen zudem immer wiederkehrende Zutaten wie Kokosnuss, Chili, Ingwer, Tamarinde, Erdnüsse, Sojasauce, Kurkuma und Zitronengras. Natürlich darf in diesem Kochbuch der Klassiker Nasi Goreng nicht fehlen, für ein noch größeres Aha-Erlebnis sorgt jedoch der Thunfisch nach Art der Gewürzinseln, der durch eine Tamarinden-Soja-Marinade ein sanft-süßliches Aroma erhält und mit einem scharf-säuerlichen Ananasrelish serviert wird. All die Düfte, Farben und Aromen dieses wunderbaren Kochbuchs können in diesem Corona-Sommer das Fernweh ein wenig dämpfen und den kulinarischen Horizont erweitern. Sven Meyer
Eleanor Ford: Fire Islands. Aus dem Englischen von Annegret Hunke-Wormser und Claudia Theis-Passaro. Knesebeck Verlag München, 240 Seiten, 32,90 Euro.