Neuer Raum

Das Eichstetter "Kaiserstuhleck" wächst ums Eck

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Mi, 28. August 2019 um 14:07 Uhr

Gastronomie

Die Fußball-und Raucherkneipe in Eichstetten will sich um einen bisherigen Ladenraum an der Bahlinger Straße erweitern, um das Angebot für ihre Gäste flexibler gestalten zu können.

Noch in diesem Jahr möchte Wirtin Silke Lehmann ihr Kaiserstuhleck um einen benachbarten Raum erweitern. Jüngst hatte der Gemeinderat dem Projekt zugestimmt, nun warten Lehmann und Hausherr Winfried Kullmer noch auf die finale Genehmigung vom Landratsamt.

"Die Sache läuft, doch wir brauchen ein komplettes Genehmigungsverfahren zur Nutzungsänderung, obwohl in dem Nachbarraum mehr als 30 Jahre lang ein Geschäft drin war", ärgert sich Hausherr Winfried Kullmer über den großen bürokratischen Aufwand. 1986 hatte Kullmer, der mehr als 40 Jahre lang Apotheker in Eichstetten war, das Haus an der Ecke Hauptstraße und Bahlinger Straße gebaut.

Das Areal war früher ein Schandfleck im Dorf

Auf dem Grundstück hatten sich seinerzeit noch die Überreste des ehemaligen Gasthauses "Zum Kaiserstuhl" befunden, das Anfang der 1970er Jahre teilweise abgerissen worden war, erinnert sich der 81-Jährige. Das mit Bauzäunen eingegrenzte Areal sei seinerzeit ein regelrechter Schandfleck fürs Dorf gewesen. Dass er die aufgelaufenen Schulden mit übernehme, sei die Bedingung für den Verkauf des rund 700 Quadratmeter großen Grundstücks gewesen, erläutert Kullmer.

Entstanden sei dann ein modernes Haus, das die traditionellen Eichstetter Bauformen aufgreife. Sechs Wohneinheiten und drei kleine Ladengeschäfte mit einem Laubengang sind so entstanden. In einem befindet sich heute ein Friseurgeschäft. Die Geschäftsräume in Richtung Hauptstraße seien schon immer als Lokal konzipiert gewesen.

Eigentlich sollten Kaffee und Wein verkauft werden

Ein Café mit Weinstube sollte entstehen, doch die Eichstetter Winzer bevorzugten nach getaner Arbeit im Weinberg doch eher mal ein Bier, schmunzelt Kullmer. So entstand die Eckkneipe "Kaiserstuhleck", mit rund 40 Quadratmetern Gastraum und einem kleinen Arbeitsbereich samt Theke. Seit 2011 ist die geborene Eichstetterin Silke Lehmann hier die Wirtin. Ebenfalls zur Wirtschaft gehören einige Außensitzplätze, die aber wegen der Zugluft und dem Verkehrslärm kaum genutzt werden und künftig zugunsten des neuen Nebenraums gänzlich wegfallen sollen.

Inhaberin des benachbarten Geschäfts geht in Ruhestand

Das mittlere der drei Ladengeschäfte war schon immer das kleinste. Ursprünglich war hier auf gut 40 Quadratmetern ein Schreibwaren- und Lotto-Geschäft untergebracht, erklärt Winfried Kullmer. Doch das sei nicht gut gelaufen und so konnte sich hier rund 30 Jahre lang Ursula Wolf mit ihrem Antiquitätengeschäft etablieren. Nachdem die Inhaberin nun in Ruhestand ging, wurde der Raum zur Bahlinger Straße hin, den nur eine Glaswand vom Kaiserstuhleck trennt, frei.

Die Glaswand soll durch eine Tür ersetzt werden, erläutert Silke Lehmann. So könne sie den Nebenraum von der Theke aus bequem erreichen, ihn bei Bedarf aber auch abtrennen. Die Idee dahinter sei, dort einen ruhigeren Raum zu schaffen, für die, die keinen Fußball schauen und sich unterhalten wollen. Auch eine spätere Aufteilung in einen Raucher- und einen Nichtraucher-Bereich sei denkbar. Möglicherweise könnten auch die Spielautomaten und das Dartboard in den hellen Nachbarraum umziehen, so dass im bisherigen Kaiserstuhleck mehr Platz für Fußballfans geschaffen würde.

Sobald die Genehmigung kommt, soll es schnell losgehen

Auf zwei Fernsehern und einer Leinwand werden hier Bundesliga- und Champions-League-Spiele übertragen. Nur wenn sonntags kein Fußball läuft, ist Ruhetag.

Vergrößert werden soll auch der Arbeitsbereich, die umtriebige Gastwirtin wünscht sich schon länger bessere Kühlmöglichkeiten. Vieles für den Umbau habe der Schreiner schon vorbereitet, erläutert Hausherr Kullmer, so dass es nach erteilter Genehmigung schnell losgehen könne. Zudem sei es das Ziel, für die Arbeiten möglichst wenig Schließtage zu benötigen.

Trotz der Erweiterung soll das Kaiserstuhleck, das täglich ab 16 Uhr geöffnet ist, weiterhin eine Raucher-Kneipe ohne großes Speiseangebot bleiben, betont Silke Lehmann. Die Investitionen in eine richtige Küche wären zu teuer.