Kochbuch-Tipp

Die griechische Küche kann auch fleischlos

Katja Rußhardt

Von Katja Rußhardt

So, 13. September 2020 um 15:49 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Sie sei fleischlastig, habe neben Herkulesteller, großer Grillmixplatte, Zaziki und Schafskäsecreme nicht viel für Vegetarier zu bieten: Mit diesem Klischee will "Tante Poppis Küche" aufräumen.

Tante Poppi heißt eigentlich Theopoula Kechagia, stammt aus einem Dorf an der Grenze zur Türkei und kam mit zwölf Jahren als Gastarbeiterkind nach Deutschland. Essen und Kochen war schon immer ihre Leidenschaft, Fleisch mochte die warmherzige Frohnatur noch nie. Was sie nicht daran hinderte, für Gäste im eigenen Restaurant und den erweiterten Familienkreis Mahlzeiten für Leib und Seele auf den Tisch zu zaubern. So gut, dass man beim vegetarischen Mousaka, Pastizio oder Stifado nur noch mit der Zunge schnalzen konnte und Nachschlag forderte. Neues aus aller Welt hat die kreative Köchin schon immer ausprobiert und traditionelle Gerichte weiterentwickelt.

Urlaubsgeschmack für Daheim

Höchste Zeit, unkomplizierte und dennoch raffinierte Rezepte für pikante und süße Köstlichkeiten für alle zu notieren, die nicht in Poppis Reich kommen können, fand Nichte Nikoletta Bousdoukou: "Unser Kochbuch vereint in ganz einfachen Rezepten das Beste, was meine geliebte Tante uns in all den Jahren aufgetischt hat." Bouskoudou realisiert Pop-Up-Küchen in der Berliner Kunstszene und leitete einst in Hamburg-Altona die bekannte Taverna Sotiris. "Tante Poppis Küche" ist dank zauberhafter Grafik, höchst appetitlicher Fotos und unterhaltsamer Passagen mit Familiengeschichte(n) ein reicher Fundus für alle, die sich den Geschmack Griechenlands nach Hause holen wollen. Gemistes Piperies (gefüllte Paprikaschoten) oder Kolokithopita (Süße Kürbispita): Herbstliches Gemüse vom Markt besorgen und zuhause loslegen!
Nikoletta Bousdoukou & Theopoula Kechagia: Tante Poppis Küche, Dumont Verlag Köln, 232 Seiten, 28 Euro.