Erklär's mir: Was ist das Existenzminimum?

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Di, 22. Februar 2011

Erklär's mir

In Deutschland muss niemand verhungern. Jeder Mensch hat das Recht auf eine bestimmte Menge Geld. Diese Summe heißt Existenzminimum, weil sie das Überleben sichert. Es geht aber nicht nur darum, Essen und Trinken zu kaufen, sondern auch darum, dass jeder eine Wohnung hat. Und jeder soll die Chance haben, Mitglied in einem Sportverein zu sein. All das kostet Geld. Wenn jemand seit Jahren keine Arbeit findet, dann helfen ihm die anderen, denen es besser geht. Wer eine Arbeit hat, gibt einen Teil seines Lohns ab. Dieses Geld sammelt der Staat. Einen Teil davon gibt er den Menschen, die kein eigenes haben – und deren Kindern. Dass dies gerecht ist, bestreitet niemand. Aber die Frage, wie viel Geld ein Mensch unbedingt braucht, lässt sich nicht so einfach beantworten. Und es muss gut begründet sein, dass die Menschen, die eine Arbeit haben, einen Teil ihres Geldes abgeben müssen. Die Politiker haben lange gestritten, wie hoch das Existenzminimum sein soll. Nun hat sich eine Mehrheit gefunden. Bislang bekam ein Erwachsener die Miete bezahlt und pro Monat 359 Euro. Nun werden es fünf Euro mehr sein, nächstes Jahr noch einmal drei Euro mehr. Die Diskussion darüber, ob das reicht, ist damit aber nicht beendet – und sie wird es wohl niemals sein.