Stabwechsel

Frank Salaske ist Vorsteher eines Finanzamtes mit besonderer Lage

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Fr, 24. Januar 2020 um 16:25 Uhr

Lörrach

Frank Salaske löst Georg Tritschler als Leiter des Finanzamtes Lörrach ab. Finanzministerin Sitzmann kommt zur offiziellen Amtsübergabe. In ihrer Rede wird klar, warum der Standort besonders ist.

Georg Tritschler hat seinen Schreibtisch nach 38 Jahren in der Steuerverwaltung, davon die letzten acht als Vorsteher des Finanzamtes Lörrach, bereits im vergangenen August geräumt und ist in den Ruhestand getreten. Nachfolger Frank Salaske ist seit Anfang Dezember im südwestlichsten Finanzamt Deutschlands im Dienst. Am Freitag wurde der Stabwechsel im Auditorium der Dualen Hochschule Lörrach nun auch offiziell vollzogen. Dazu war die baden-württembergische Finanzministerin Edith Sitzmann angereist – keine Selbstverständlichkeit, wie Salaske bemerkte.

In Tuttlingen geboren wuchs der neue Chef der Behörde in der Lörracher Luisenstraße in Konstanz auf, wo er auch Jura studierte. Beim Bundesamt für Finanzen trat er in die Steuerverwaltung ein. Weitere berufliche Stationen waren Sankt Augustin, Singen, Konstanz, Öhringen, die Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe sowie Wangen, wo er seit 2016 das Finanzamt leitete. Durch seine Arbeit als Ausbildungsreferent bei der OFD und bei verschiedenen Finanzämtern bringe Salaske in der Nachwuchsgewinnung wertvolle Erfahrungen mit, befand die Finanzministerin. Vor der Einführung des neuen Vorstehers dankte Sitzmann dem bisherigen und hob hervor, dass Tritschler auf eigenen Wunsch bis zu seinem 70. Geburtstag und damit fünf Jahre länger als gesetzlich vorgegeben gearbeitet hatte.

Die besondere Lage

In der Ansprache der Ministerin sowie den Grußworten von Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz, Rainer Soboll von der Steuerberaterkammer Südbaden und Andreas Schrapp, Personalratsvorsitzender beim Finanzamt Lörrach, wurde immer wieder auf die besondere Lage des Lörracher Finanzamtes abgehoben.

Mit einem Steueraufkommen von gut 935 Millionen Euro im Jahr 2018 gehöre es zu wirtschaftlich bedeutendsten in Baden-Württemberg, sagte Sitzmann. Zuständig für ein Gebiet, das dem des Landkreises Lörrach entspricht, mit Ausnahme von Bad Bellingen, Schliengen und Malsburg-Marzell, die dem Finanzamt Müllheim zugeordnet sind, betreuen 340 Mitarbeiter, davon 50 Anwärter, rund 85.000 Einkommensteuerfälle, mehr als 14.000 Umsatzsteuerfälle und knapp 8000 Gewerbesteuerfälle.

25.000 Grenzgänger

Besondere Herausforderungen stellten, bedingt durch die Grenzlage rund 25.000 Grenzgängerfälle mit häufig schwierigen Sachverhalten und weitere Fälle mit Auslandsbezug. Hier hätten sich die Mitarbeiter in Lörrach ein Spezialwissen angeeignet, wie es sonst kaum zu finden sei, sagte Edith Sitzmann anerkennend. Die Nähe zur Schweiz mit höherem Einkommensniveau erschwere dem Finanzamt Lörrach, in dessen Gebäude das Land in jüngerer Vergangenheit rund 570.000 Euro investiert hat, aber auch das Gewinnen und Halten von Mitarbeitern.

Reform der Grundsteuer als Herausforderung

Als eine große Herausforderung der Zukunft, der sich die Finanzverwaltung und damit auch das Finanzamt Lörrach zu stellen hat, wurde mehrfach die Umsetzung der Grundsteuerreform benannt. Tritschler sprach von einer Herkulesaufgabe. Hier sind aber zunächst politische Fragen zu klären, etwa jene, für welches Modell sich Baden-Württemberg entscheidet.