Erdbeeren-Saison

Früchte in der Flasche: Prickelnder Secco aus Erdbeeren

Reinhold Wagner

Von Reinhold Wagner

So, 17. Mai 2020 um 07:00 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Von Mai bis Juli ist Hauptsaison für die Erdbeere. Beim Weingut Nopper in Waldkirch-Buchholz entstehen aus den verführerisch-roten Früchten dann flüssige Genüsse für Genießer.

Kaum jemand vermag dem Genuss dieser reifen Sammelsteinfrüchte zu widerstehen. Besonders bekannt für den Erdbeer-Anbau ist die Region zwischen Waldkirch-Buchholz und Denzlingen. Klima, Boden und Landschaft versprechen hier reiche Ernten und beste Qualität. Einer, der es versteht, aus der Frucht Jahr für Jahr das Beste herauszuholen, ist der Winzer Berthold Nopper.

Erdbeeren auf einem Weingut?

Der Inhaber des am Ortsrand von Buchholz gelegenen familieneigenen Weingut Nopper betreibt sein Geschäft seit mittlerweile 23 Jahren im Vollerwerb. Schon von Anfang an setzte der einstige Quereinsteiger auf den Erdbeerfeldern so wenig wie möglich Pflanzenschutzmittel ein. Auf Herbizide verzichtet er auf einem Großteil der rund 1,5 Hektar großen Fläche weitgehend.

So gediehene Beeren machen Lust zum Reinbeißen: Die rund um Buchholz gepflanzten Früchte haben eine sattrote Farbe und dann einen vollmundigen Geschmack auf der Zunge. Und erstaunlich lange haltbar sind sie auch noch.

Nopper indessen ist nicht nur Experte in Sachen Erdbeeren, sondern in erster Linie Winzer. Als der Erdbeerernte vor ein paar Jahren einmal ein extremer Preisverfall drohte, die viele seiner Kollegen zum Unterpflügen ganzer Felder zwang, machte er aus der Not eine Tugend und begann, Erdbeerwein zu produzieren. Und so nahm der Erfolg mit der zweigleisigen Wein-Beeren-Produktion seinen Lauf. Bekannt wurde der Betrieb dann aber mit einem noch einmal anderen Produkt: Der Erdbeer-Secco geht seit rund zehn Jahren Saison für Saison weg, wie die sprichwörtlichen "warmen Semmeln".

Prickelnder Genuss aus 100 Prozent Erdbeeren

Es war der von Anfang an erfolgreiche Versuch, nach dem Start mit dem Erdbeerwein eine qualitativ hochwertige Verbindung zwischen Prickelndem und der Erdbeere zu schaffen. Nopper erklärt sich die Qualität des spritzigen Produkts aus der besonderen Art der Herstellung mit ausschließlich vollreifen, voll aromatischen Erdbeeren: "Während viele Hersteller in anderen Ländern mit Zusätzen arbeiten, besteht unser Secco zu 100 Prozent aus Erdbeeren und ist daher sehr bekömmlich", sagt er. Kopfschmerzen würde deshalb wohl niemand von seinem perlenden Getränk bekommen.

Noppers Erdbeeren gedeihen teils in Folientunneln, teils im Freiland in naher Nachbarschaft um den Betrieb. Stets wird mit mineralienhaltigem Kompost gedüngt und von Hand gepflegt und geerntet. Die Ernte auf der von anfänglich drei auf jetzt rund 1,5 Hektar reduzierten Fläche übernehmen überwiegend Erntehelfer aus Polen und Rumänien. Verkauft werden die süßen Früchte an den Marktständen in Emmendingen und Denzlingen.

Wo gibt es diesen Erdbeer-Secco?

Der Wein wird am Produktionsstandort und online vertrieben. Als Winzer bewirtschaftet Nopper etwa zehn Hektar Reben, davon zwei Hektar komplett ökologisch. 2014 hat er auch ein zweites Bio-Weingut eröffnet, das parallel zum ersten Weingut geführt wird. Längst ist somit klar, wohin die Reise des kleinen Familienbetriebs gehen soll und wird: mehr und mehr weg vom konventionellen Betrieb hin zum Bio-Anbau, und das alles in Selbstvermarktung.

So brachte Nopper nach den üblichen drei Jahren Umstellungszeit 2017 seinen ersten Biowein auf den Markt. Anfang dieses Jahres kam der erste Rotwein dazu. Im Spätjahr 2020 soll der erste im Champagnerverfahren gewonnene Sekt folgen.

Mit seinem neuen Biowein und dem Erdbeer-Secco, der sich gut und gerne zwei bis drei Jahre lagern lässt, ist Berthold Nopper mit seinen Ideen jedoch noch lange nicht am Ende. Künftig will er auch seine Erdbeeren – wie schon seit Jahren den Wein – komplett in den Bioanbau integrieren und rein ökologisch erzeugen.

Schon im nächsten Jahr könnte es so die ersten echten Bio-Erdbeeren vom Bio-Weingut Nopper geben.

Himbeer-Secco übrigens wird bereits seit zwei Jahren ebenfalls abgefüllt. Auch dieser besteht, ganz der Tradition entsprechend, zu 100 Prozent aus reifen Früchten.
Weingut und Bio-Weingut Nopper, Berthold Nopper, Denzlinger Straße 10a, Waldkirch-Buchholz, Tel. 07681/3255,
http://www.weingut-nopper.de

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