Restaurants

In "Bräutigams Weinstube" in Ihringen wird eigenwillig badisch gekocht

cla

Von cla

So, 09. Februar 2020 um 17:00 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Cordon Bleu mit Münsterkäse und ein Schäufele-Carpaccio an Vinaigrette: Was Verena und Mario Bräutigam auf die Karte ihres Restaurants "Bräutigams Weinstube" setzen, ist so klassisch wie eigenwillig.

Als Luise Beck, die Urgroßmutter von Verena Bräutigam, vor mehr als 100 Jahren die Ihringer Gaststätte direkt neben den Gleisen übernahm, gab es Wurstsalat und eigene Täubchen vom Dach. Seit 1919 hat sich einiges verändert in "Bräutigams Weinstube", doch auch heute stehen in der Küche leidenschaftliche Wirtsleute, die Gastronomen, Geschäftsleute und Gastgeber sind.

Das Restaurant gibt’s seit 100 Jahren

Werfen wir aber zunächst einen Blick zurück: 1919 übernahm Luise Beck die Restauration am Ihringer Bahnhof. Ergänzt wurde die Bahnhofsrestauration von einem Taxibetrieb, den ihr Ehemann führte. Der Gatte starb früh und hinterließ seine Frau und die zweijährige Tochter Luise. Die Gaststätte aber lief weiter, die Tochter wuchs dort auf, lernte in Freiburg und in der Schweiz das Gastronomenhandwerk und kehrte schließlich in den Ihringer Bahnhofsgasthof zurück.

Auch Tochter Luise Beck heiratete. Zwar übernahm sie von ihrem Mann den Familiennamen Bräutigam, die Gaststätte aber wurde weiterhin von den beiden Frauen geführt. Erst in der nächsten Generation taucht mit Joachim Bräutigam ein Mann in den Annalen des Betriebs auf. Er übernahm, als die alte Luise Beck starb, und kehrte als ausgebildeter Koch an den Bahnhof im heimatlichen Ihringen zurück.

Er baute an, er baute um, sodass die alte Bahnhofsrestauration von nun an 21 Gästezimmer hatte und in den neuen, großen Räumen des Restaurants ein Vielfaches der ehemals 30 Personen Platz finden konnte. Er gab der Gaststätte am Bahnhof den Namen "Bräutigams Weinstube", den sie heute noch trägt.
Im Jahr 2009 schließlich übergaben Joachim und Elisabeth Bräutigam den Betrieb an ihre Tochter Verena und deren Ehemann Mario Bräutigam, der den traditionsreichen Nachnamen seiner Frau angenommen hat. Und damit kommt die Geschichte der Ihringer Bahnhofsrestauration im Hier und Heute an.
Rezept: Miesmuscheln

Zutaten: 500 g kleine Miesmuscheln, 50 g Brunoise (kleine Würfel von Karotte, Sellerie und Lauch), 2 Charlotten ebenfalls in kleine Würfel, 50 g Butter, 1 Knoblauchzehe fein gehackt, Weißwein, Fischfond oder Gemüsebrühe, Salz und
Pfeffer, Schnittlauch

Zubereitung:
Muscheln unter fließendem Wasser abbürsten, haarähnliche Fasern mit einem Ruck abreißen, Gemüsewürfel (Brunoise) und die Charlotten in Butter andünsten. Die Muscheln zugeben und mit Weißwein und Fond ablöschen, salzen, pfeffern, Deckel auflegen und einmal gut aufkochen. Sind die Muscheln geöffnet, in eine Terrine umfüllen und mit Schnittlauch garnieren.

Den 100. Geburtstags ihrer Gaststätte haben die Wirtsleute Verena und Mario, beide ausgebildete Köche, im vergangenen Jahr mit einem großen Fest und vielen Gästen gefeiert. "Kurze Nächte zum Schlafen, lange Nächte zum Feiern", fasst Verena Bräutigam das Jubiläumswochenende zusammen und bringt damit auf den Punkt, was die lange Linie an Gastronomen am Ihringer Bahnhof auszumachen scheint: viel Arbeit und Spaß daran.

So geht es oft um Freude und Lust, wenn Verena Bräutigam von ihrem Beruf erzählt: Lust auf Gäste, Lust auf Stress, "das muss man fühlen wollen. Wenn eine Geburtstagsfeier ausgerichtet wird, sei das wie der eigene Geburtstag. "Dann muss es egal sein, ob es zwei Stunden länger dauert: Man muss mit den Gästen feiern."

Wie vor 100 Jahren ist es ein Beruf, der viel Einsatz verlangt. "Ich kenne das nicht anders: Wenn andere frei haben, wird bei uns gearbeitet", sagt Verena Bräutigam. Im Sommer ist also Hochsaison, die Herbst- und Fasnachtsferien aber können sich Verena und Mario Bräutigam für ihre beiden Kinder Lisl und Franz freinehmen – zu früheren Zeiten undenkbar.
Die Leidenschaft an ihrem Handwerk wollen die Eheleute Bräutigam weitergeben und bilden in ihrem Haus auch Nachwuchs aus. Ob die eigenen Kinder in den Beruf einsteigen, sollen die beiden später einmal selbst entscheiden. "Sie sollen das tun, woran ihr Herz hängt", betont Verena Bräutigam. Immerhin kocht und backt Tochter Lisl schon mal gern. Den Rest wird die Zeit zeigen.
Bräutigam’s Weinstube
Bahnhofstraße 1

79241 Ihringen am Kaiserstuhl

07668/90350
braeutigam-hotel.de

Claudia MüllerAls Luise Beck, die Urgroßmutter von Verena Bräutigam, vor mehr als 100 Jahren die Ihringer Gaststätte direkt neben den Gleisen übernahm, gab es Wurstsalat und eigene Täubchen vom Dach. Seit 1919 hat sich einiges verändert in "Bräutigams Weinstube", doch auch heute stehen in der Küche leidenschaftliche Wirtsleute, die Gastronomen, Geschäftsleute und Gastgeber sind.

Werfen wir aber zunächst einen Blick zurück: 1919 übernahm Luise Beck die Restauration am Ihringer Bahnhof. Ergänzt wurde die Bahnhofsrestauration von einem Taxibetrieb, den ihr Ehemann führte. Der Gatte starb früh und hinterließ seine Frau und die zweijährige Tochter Luise. Die Gaststätte aber lief weiter, die Tochter wuchs dort auf, lernte in Freiburg und in der Schweiz das Gastronomenhandwerk und kehrte schließlich in den Ihringer Bahnhofsgasthof zurück.

Auch Tochter Luise Beck heiratete. Zwar übernahm sie von ihrem Mann den Familiennamen Bräutigam, die Gaststätte aber wurde weiterhin von den beiden Frauen geführt. Erst in der nächsten Generation taucht mit Joachim Bräutigam ein Mann in den Annalen des Betriebs auf. Er übernahm, als die alte Luise Beck starb, und kehrte als ausgebildeter Koch an den Bahnhof im heimatlichen Ihringen zurück.

Er baute an, er baute um, sodass die alte Bahnhofsrestauration von nun an 21 Gästezimmer hatte und in den neuen, großen Räumen des Restaurants ein Vielfaches der ehemals 30 Personen Platz finden konnte. Er gab der Gaststätte am Bahnhof den Namen "Bräutigams Weinstube", den sie heute noch trägt.

Im Jahr 2009 schließlich übergaben Joachim und Elisabeth Bräutigam den Betrieb an ihre Tochter Verena und deren Ehemann Mario Bräutigam, der den traditionsreichen Nachnamen seiner Frau angenommen hat. Und damit kommt die Geschichte der Ihringer Bahnhofsrestauration im Hier und Heute an.

Den 100. Geburtstags ihrer Gaststätte haben die Wirtsleute Verena und Mario, beide ausgebildete Köche, im vergangenen Jahr mit einem großen Fest und vielen Gästen gefeiert. "Kurze Nächte zum Schlafen, lange Nächte zum Feiern", fasst Verena Bräutigam das Jubiläumswochenende zusammen und bringt damit auf den Punkt, was die lange Linie an Gastronomen am Ihringer Bahnhof auszumachen scheint: viel Arbeit und Spaß daran.

So geht es oft um Freude und Lust, wenn Verena Bräutigam von ihrem Beruf erzählt: Lust auf Gäste, Lust auf Stress, "das muss man fühlen wollen. Wenn eine Geburtstagsfeier ausgerichtet wird, sei das wie der eigene Geburtstag. "Dann muss es egal sein, ob es zwei Stunden länger dauert: Man muss mit den Gästen feiern."

Wie vor 100 Jahren ist es ein Beruf, der viel Einsatz verlangt. "Ich kenne das nicht anders: Wenn andere frei haben, wird bei uns gearbeitet", sagt Verena Bräutigam. Im Sommer ist also Hochsaison, die Herbst- und Fasnachtsferien aber können sich Verena und Mario Bräutigam für ihre beiden Kinder Lisl und Franz freinehmen – zu früheren Zeiten undenkbar.

Die Leidenschaft an ihrem Handwerk wollen die Eheleute Bräutigam weitergeben und bilden in ihrem Haus auch Nachwuchs aus. Ob die eigenen Kinder in den Beruf einsteigen, sollen die beiden später einmal selbst entscheiden. "Sie sollen das tun, woran ihr Herz hängt", betont Verena Bräutigam. Immerhin kocht und backt Tochter Lisl schon mal gern. Den Rest wird die Zeit zeigen.
Bräutigam’s Weinstube
Bahnhofstraße 1, 79241 Ihringen am Kaiserstuhl, Tel. 07668/90350
http://www.braeutigam-hotel.de

Claudia MüllerAls Luise Beck, die Urgroßmutter von Verena Bräutigam, vor mehr als 100 Jahren die Ihringer Gaststätte direkt neben den Gleisen übernahm, gab es Wurstsalat und eigene Täubchen vom Dach. Seit 1919 hat sich einiges verändert in "Bräutigams Weinstube", doch auch heute stehen in der Küche leidenschaftliche Wirtsleute, die Gastronomen, Geschäftsleute und Gastgeber sind.

Werfen wir aber zunächst einen Blick zurück: 1919 übernahm Luise Beck die Restauration am Ihringer Bahnhof. Ergänzt wurde die Bahnhofsrestauration von einem Taxibetrieb, den ihr Ehemann führte. Der Gatte starb früh und hinterließ seine Frau und die zweijährige Tochter Luise. Die Gaststätte aber lief weiter, die Tochter wuchs dort auf, lernte in Freiburg und in der Schweiz das Gastronomenhandwerk und kehrte schließlich in den Ihringer Bahnhofsgasthof zurück.

Auch Tochter Luise Beck heiratete. Zwar übernahm sie von ihrem Mann den Familiennamen Bräutigam, die Gaststätte aber wurde weiterhin von den beiden Frauen geführt. Erst in der nächsten Generation taucht mit Joachim Bräutigam ein Mann in den Annalen des Betriebs auf. Er übernahm, als die alte Luise Beck starb, und kehrte als ausgebildeter Koch an den Bahnhof im heimatlichen Ihringen zurück.

Er baute an, er baute um, sodass die alte Bahnhofsrestauration von nun an 21 Gästezimmer hatte und in den neuen, großen Räumen des Restaurants ein Vielfaches der ehemals 30 Personen Platz finden konnte. Er gab der Gaststätte am Bahnhof den Namen "Bräutigams Weinstube", den sie heute noch trägt.

Im Jahr 2009 schließlich übergaben Joachim und Elisabeth Bräutigam den Betrieb an ihre Tochter Verena und deren Ehemann Mario Bräutigam, der den traditionsreichen Nachnamen seiner Frau angenommen hat. Und damit kommt die Geschichte der Ihringer Bahnhofsrestauration im Hier und Heute an.

Den 100. Geburtstags ihrer Gaststätte haben die Wirtsleute Verena und Mario, beide ausgebildete Köche, im vergangenen Jahr mit einem großen Fest und vielen Gästen gefeiert. "Kurze Nächte zum Schlafen, lange Nächte zum Feiern", fasst Verena Bräutigam das Jubiläumswochenende zusammen und bringt damit auf den Punkt, was die lange Linie an Gastronomen am Ihringer Bahnhof auszumachen scheint: viel Arbeit und Spaß daran.

So geht es oft um Freude und Lust, wenn Verena Bräutigam von ihrem Beruf erzählt: Lust auf Gäste, Lust auf Stress, "das muss man fühlen wollen. Wenn eine Geburtstagsfeier ausgerichtet wird, sei das wie der eigene Geburtstag. "Dann muss es egal sein, ob es zwei Stunden länger dauert: Man muss mit den Gästen feiern."

Wie vor 100 Jahren ist es ein Beruf, der viel Einsatz verlangt. "Ich kenne das nicht anders: Wenn andere frei haben, wird bei uns gearbeitet", sagt Verena Bräutigam. Im Sommer ist also Hochsaison, die Herbst- und Fasnachtsferien aber können sich Verena und Mario Bräutigam für ihre beiden Kinder Lisl und Franz freinehmen – zu früheren Zeiten undenkbar.

Die Leidenschaft an ihrem Handwerk wollen die Eheleute Bräutigam weitergeben und bilden in ihrem Haus auch Nachwuchs aus. Ob die eigenen Kinder in den Beruf einsteigen, sollen die beiden später einmal selbst entscheiden. "Sie sollen das tun, woran ihr Herz hängt", betont Verena Bräutigam. Immerhin kocht und backt Tochter Lisl schon mal gern. Den Rest wird die Zeit zeigen.
Bräutigam’s Weinstube
Bahnhofstraße 1, 79241 Ihringen am Kaiserstuhl, Tel. 07668/90350
http://www.braeutigam-hotel.de