Cooking for Future

Kochen und Klimaschutz: Gute Bilanz in der Küche

Sven Meyer

Von Sven Meyer

So, 13. Juni 2021 um 06:00 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Goji-Beeren, Avocado und andere Trend-Lebensmittel sind gesund und lecker. Doch ihre Klimabilanz ist alles andere als gut. Genuss und Klimaschutz müssen sich aber nicht ausschließen.

Morgens Goji-Beeren-Müsli, mittags ein Avocado-Sandwich, abends der knackige Quinoa-Salat und dazu ein Glas Sauvignon blanc aus Neuseeland. Sicher gut für die Figur, aber klimafreundlich geht anders! Genuss und Klimaschutz schließen sich jedoch nicht aus. Das zumindest will das mit 110 Rezepten ausgestattete Kochbuch "Cooking for Future" beweisen. Das Leitmotiv lautet dabei "pflanzenbasiert, regional und saisonal". Konzipiert wurde das Buch von einem Autorenteam des Vereins NAHhaft und der Initiative Klima Teller, die dazu inspirieren wollen, dass jeder durch bewusste Ernährung zum Klimaschutz beitragen kann. Allgemein heißt es, nach drei Wochen habe der Mensch neue Gewohnheiten verinnerlicht. Daher bietet das Kochbuch neben einigen guten Rezepten und vielen Hintergrundinfos auch eine 21-Tage-Challenge an.

Sie hat zum Ziel, 50 Prozent weniger CO2-Emissionen beim Kochen zu generieren. Das ist machbar, aber man muss es auch wirklich wollen: Bekannt ist, dass das meiste, was aus tierischer Produktion kommt, nicht wirklich gut fürs Klima ist. Daher empfehlen die Autoren tierische Produkte wie Butter, Milch, Sahne oder Käse wegzulassen – und natürlich auch Fleisch. Wer dabei etwa auf Sojaprodukte ausweicht, sollte darauf achten, dass die Bohnen zumindest aus Europa stammen. Industriell hergestellte Fertigprodukte sind tabu. Und natürlich sollten die Lebensmittel nicht in Plastik verpackt sein. Ganz unabhängig davon, ob man diese Herausforderung annimmt oder nicht: Viele Rezepte im Buch sind richtig lecker und treffen den Zeitgeist. Ganz oben auf jeder Seite wird die CO2-Bilanz pro Portion angegeben. Das Zaubermittel ist dabei vor allem die Regionalität und Saisonalität. Wer gerne auf Bauernmärkten einkauft, wird dort einen Großteil der Zutaten finden. Der sehr schmackhafte sommerliche Brotsalat mit Minzdressing und frischem Gemüse wie Strauchtomate und Salatgurke weist nach Angaben der Autoren eine 52 Prozent bessere CO2-Bilanz als vergleichbare Salate auf. Bei den Kartoffelpuffern mit Spinat und Kräutern spart man laut den Angaben ebenso wie beim Sauerteig-Pfannkuchen mit Steinpilzen 70 Prozent CO2 gegenüber Gerichten, die einen vergleichbaren Nährwert aufweisen. Die Angaben basieren auf der App Klima Teller. Diese entstand in Kooperation mit Eaternity, einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den ökologischen Fußabdruck von Lebensmittelprodukten genau zu messen.
Fazit: Auf sehr informative und gleichzeitig alltagstaugliche Weise sensibilisiert dieses Kochbuch für ein nachhaltigeres Essverhalten. Lecker sind die vorgestellten Gerichte allemal!
Cooking for Future. 110 Rezepte mit klimafreundlichen Zutaten. 192 Seiten. Christian Verlag. KlimaTeller (Autor), Marcin Jucha (Fotograf), 24,99 Euro