Verkehr

Lahr-Hugsweier bekommt einen neuen Radweg zur Bundesstraße

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Sa, 21. November 2020 um 17:00 Uhr

Lahr

Der lang ersehnte Radweg zwischen Hugsweier und der Bundesstraße 3 steht vor der Umsetzung. Er wird unabhängig vom Ausbau der Rheintalbahn in Angriff genommen.

Die Fertigstellung ist zwischen Ende 2021 und Frühjahr 2022 geplant. Gut eine Million Euro sind als Kosten veranschlagt. Rund 500 000 Euro davon werden in die Sanierung der maroden Brücke investiert. Diese Kosten trägt der Ortenaukreis. Die Brücke sei in die Jahre gekommen, sagte Planerin Katharina Ernst vom Landratsamt im Ortschaftsrat. Man müsse etwas tun und gehe davon aus, dass die Brücke in dieser Form noch die nächsten 15 bis 20 Jahre stehen wird. "In dieser Zeit wird die Bahn nichts tun."

Das Land trägt die Hälfte der Kosten

Der Betrag für den Rad- und Fußgängerweg wird vom Land Baden-Württemberg (50 Prozent), vom Kreis (30 Prozent) und von der Stadt Lahr (20 Prozent) gestemmt. Alleine für den Natur- und Artenschutz sowie für die Ausgleichsflächen, die aufgrund der zu versiegelnden Flächen anfallen, entstehen Kosten in Höhe von 100 000 Euro.

Der Fuß- und Radweg soll an der Südseite der Kreisstraße 5339 entstehen. Damit wollen die Planer eine Anbindung an das bestehende östliche und westliche Radwegenetz sicherstellen. Zudem gebe es auf der südlichen Seite der Bundesstraße 3 bereits eine Querungshilfe sowie einen bestehenden Wirtschaftsweg und einen Weg zum Friedhof. Auf 550 Meter Länge wird parallel zur Kreisstraße ein Sicherheitsstreifen von 1,25 Metern angelegt. Eine Leitplanke ist erforderlich. Zudem ist zur Böschung hin ein 1,30 Meter hoher Stahlzaun zum Schutz der Radfahrer vor einem Absturz geplant.

Biotop muss erhalten bleiben

Das beidseitig liegende Biotop müsse erhalten bleiben und die im Zuge der Bauarbeiten gefällten Bäume ersetzt werden. Die ökologische Baubegleitung habe ergeben, dass sich in diesem Gebiet Schlingnattern und zwei Eidechsenarten aufhalten. Reptilienschutzzäune sind aufgestellt, um diese Arten zu vergrämen. Zudem werden Fledermauskästen aufgehängt, so Katharina Ernst.

Laut dem Straßenbauamtsleiter des Ortenaukreises, Roland Gäßler, muss man Kompromisse eingehen, weil die Statik der Brücke es nicht erlaube, einen 2,50 Meter breiten Rad- und Fußweg zu bauen. "Das ist der Verhältnismäßigkeit in finanzieller Hinsicht geschuldet." Weil die zulässige Breite von 2,5 Metern nicht eingehalten werden könne, sondern nur eine Breite von 1,80 Metern möglich ist, werden die Radfahrer zum Absteigen aufgefordert.

Straße muss für Bauarbeiten halbseitig gesperrt werden

Für die Bauarbeiten muss die Fahrbahn halbseitig mit einer Ampelregelung gesperrt werden. Ortsvorsteher Georg Bader schlug vor, stattdessen ein Tempolimit einzurichten. Spätestens im Sommer rechnet Gäßler mit dem Baubeginn an der Brücke, sodass ab Herbst der Rad- und Gehweg frei gegeben werden kann.

Ob das Gehölzbiotop nach den Arbeiten wieder wie vorher aussehen werde, wollten die Ortschaftsräte wissen. Das bestätigte Katharina Ernst. Dem Wunsch nach Holz statt Stahl für den Absturzzaun widersprach Roland Gäßler. "Spätesten nach fünf Jahren müsste das Holz ausgebessert werden – oder nach dem ersten Dorffest, wenn der Übermut zuschlagen würde."