Mit Kreativität die Inklusion stärken

Britta Wieschenkämper

Von Britta Wieschenkämper

Mo, 27. Mai 2019

Lörrach

Zum 18. Mal gestalten sechs Einrichtungen der Behinderthilfe einen Begegnungstag für Menschen mit und ohne Behinderung.

LÖRRACH. Tanzen und bewegen, italienische Vorspeisen zubereiten, Naturkosmetik herstellen: Vielfältige Workshops standen den Teilnehmern des Begegnungstages für Menschen mit und ohne Behinderung offen. Organisiert wird das Angebot von sechs Einrichtungen der Behindertenhilfe aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut.

Der Tag fand dieses Jahr zum 18. Mal statt und mehr als 90 Teilnehmer – vom Jugendlichen bis zum Senior – machten mit. Die meisten von ihnen sind stationär in einer Einrichtung untergebracht. Für sie ist der Begegnungstag im Alten Wasserwerk eine schöne Abwechslung vom Alltag und eine Gelegenheit, Bekannte und Freunde aus anderen Einrichtungen zu treffen und neue Leute kennenzulernen.

Eigentlich richtet sich das Angebot auch an Menschen ohne Behinderung, wie Anette Ritter-Schreitmüller von Leben & Wohnen sagt. "Wir wollen einen inklusiven Begegnungstag, doch leider nehmen kaum Leute ohne Behinderung das Angebot wahr." Immerhin: Ein Schwimmbadbesucher und seine Tochter haben spontan bei verschiedenen Workshops mitgemacht.

"So etwas wünschen wir uns vermehrt", so Ritter-Schreitmüller. Deshalb böten die Einrichtungen auch immer wieder inklusive Freizeitprogramme an. "An einigen unserer Ausflüge nehmen Senioren teil, die nicht mehr gut zu Fuß sind."

Im Alten Wasserwerk haben die beteiligten Einrichtungen, Leben und Wohnen und Lebenshilfe aus Lörrach, Christophorus Gemeinschaft Kandern, St. Josefshaus Herten, Diakonie Wehr-Öflingen und Caritas Werkstätten Hochrhein fast ideale Räume für den Begegnungstag gefunden. Die meisten Räume sind barrierefrei, der Lift ermöglicht auch Rollstuhlfahrern Zugang zu vielen Räumen. Mitmachen konnten alle, unabhängig von der Art der Behinderung. Wer besondere Unterstützung brauchte, hatte seine Assistenten dabei.

Studenten der katholischen Hochschule Freiburg und Schüler der Theresia-Scherer-Schule Herten, die eine Ausbildung zur Heilerziehungspflege machen, leiteten die Workshops.

Die Teilnehmer hatten Wahlmöglichkeiten. Sie konnten Taschen oder Blumentöpfe gestalten, Seife umfilzen, die dann als Peeling benutzt werden kann, Müsli mischen und Müslischalen bemalen oder einen Zeichentrickfilm neu synchronisieren.

Die Ergebnisse ihrer Arbeiten stellten sie auf der Bühne im Hof vor. Beim anschließenden gemeinsamen Grillen und Essen gab es die Gelegenheit, noch mit anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.