"Falscher Polizist"

Lörracher Seniorin übergibt fünfstellige Summe im Staubsauger an Betrüger

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 15. September 2021 um 12:09 Uhr

Lörrach

Eine 84-Jährige übergibt mehrmals Geld in einem Staubsaugerbeutel an einen Mann in Lörrach. Es handelt sich um die Betrugsmasche "falscher Polizist", die Frau verliert viel Geld.

Eine Seniorin in Lörrach-Stetten ist durch die Betrugsmasche "falscher Polizeibeamter" um einen hohen Bargeldbetrag gebracht worden. Auf Nachfrage der BZ spricht die Polizei von einer fünfstelligen Summe, also mindestens 10.000 Euro. Bereits im August war die 84 Jahre alte Frau von einem angeblichen Polizeibeamten angerufen worden, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Dieser habe in mehreren Telefonaten das Vertrauen der Frau gewinnen können. Die Polizei schildert das Vorgehen des mutmaßlichen Betrügers wie folgt: Er gab vor, dass ihr Vermögen bei der Bank nicht mehr sicher sei, da gegen den Chef der Bank ermittelt werde. In mehreren Tranchen hob die Frau daraufhin größere Bargeldbeträge ab und übergab sie einem sogenannten "Läufer".

Geldübergabe mittels Staubsauger

Eine Geldübergabe fand am 1. oder am 2. September an der Wohnanschrift der Frau statt. Das Geld habe sie in einen Staubsauger gepackt. Hierzu sei sie angewiesen worden. Am nächsten Tag sei der Staubsauger gereinigt wieder vor ihrer Türe gestanden. Eine andere Geldübergabe geschah am 6. September in der Hauptstraße in der Nähe einer Bank.

Die Frau beschrieb den Geldabholer als nicht sehr großen Mann mit leicht dunklem Hautton. Insbesondere zur Geldübergabe Anfang September hofft die Polizei auf Hinweise. Möglicherweise ist der Mann mit dem Staubsauger oder ein verdächtiges Fahrzeug in dem Wohngebiet aufgefallen. Betroffen war das Wohngebiet "Leuselhardt", das um den Friedhof in Lörrach-Stetten liegt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0761 882-2880 entgegen.
Präventionstipps: So können Sie sich schützen

  • Die "echte" Polizei fordert Sie niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen, um Ermittlungen zu unterstützen.
  • Seien Sie misstrauisch. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen und Vertrauenspersonen.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!
  • Polizisten in ziviler Kleidung weisen sich mit einem Dienstausweis aus und haben Verständnis dafür, dass man bei der Polizeizentrale nachfragt.
  • Suchen Sie selber die Telefonnummer der Polizei heraus.
  • Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück - legen Sie auf! Verständigen Sie bei verdächtigen Vorfällen umgehend die 110.

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