Man musste oft nachsitzen

Alina Franke, Klasse 4a, Grundschule Wyhl

Von Alina Franke, Klasse 4a, Grundschule Wyhl (Wyhl)

Fr, 27. November 2020

Zisch-Texte

Die Schulzeit der Großeltern.

Meine Oma ist 1956 geboren, sie ist 63 Jahre alt, und mein Opa 1953, er ist jetzt 67 Jahre alt. Beide sind in der ehemaligen DDR, jetzt neue Bundesländer, in Thüringen zur Schule gegangen. Auch hier gab es Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Der Lehrstoff war in der gesamten DDR gleich, egal ob im Erzgebirge, an der Ostsee, im Thüringer Wald, im Harz oder in Ostberlin. Es gab auch eine Nachmittagsbetreuung, Hort genannt. Da wurden erst die Hausaufgaben gemacht, danach konnte man spielen oder man ist in eine AG gegangen.

Der Schulablauf war dem heutigen ähnlich, wie jetzt bei uns wurde nach dem Stundenplan unterrichtet. Nur bei einigen Lehrern lief der Unterricht sehr streng ab. So wurde zum Beispiel mit Tafelkreide auf die Schüler geworfen, wenn man mit dem Banknachbarn schwatzte. Hat man den Unterricht gestört, bekam man eine Kopfnuss oder wurde mit dem Zeigestock auf die Finger geschlagen.

Oftmals musste man Nachsitzen, das hieß, man musste allein im Klassenzimmer bleiben und lange Texte abschreiben oder Rechenaufgaben lösen. Manchmal musste man auch den Rest der Schulstunde stehend vor dem Klassenzimmer im Flur verbringen. Es wurde keine Widerrede akzeptiert. Diese Methoden wurden aber Mitte der 1970er-Jahre abgeschafft. Für mich sind die Erzählungen meiner Großeltern über ihre Schulzeit sehr interessant, weil es mir zeigt, dass unser Schulalltag doch sehr viel entspannter und lockerer verläuft!