Tomaten-anbau

NACHSCHLAG: Pioniere verraten Geheimnisse

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

So, 24. März 2019

Gastronomie

Es ist ein Buch für Liebhaber wohlschmeckender Tomaten und eines für Gärtner. Autorin Ute Studer ist solch eine Tomatenliebhaberin und passionierte Gärtnerin. Die Vielfalt an Farben, Formen und Aromen der Tomate fasziniert sie seit dem Moment, als sie in den 1960er Jahren das erste Mal süße, dunkelrote Tomaten von italienischen Gastarbeitern aß. In ihrem Buch "Tomatenlust" beschreibt die in der Schweiz lebende Journalistin die Geheimnisse von sogenannten Tomatenpionieren überall in Europa, die sich dem Anbau und der Zucht des Paradiesapfels verschrieben haben. So wie Trudi Boros, die in Kroatien 350 Sorten anbaut und dort als "Tomatenkönigin" bezeichnet wird. Boros ist mit Tomatenfreaks in der ganzen Welt vernetzt, tauscht Samen und Erkenntnisse aus und züchtet immer wieder neue Sorten. In Form von zwölf mit wunderschönen Fotos von Martin Studer reich bebilderten Porträts erzählt die Autorin die Geschichte der Gärtnerinnen und Gärtner, außerdem gibt sie deren Ratschläge weiter. Sortenempfehlungen in übersichtlicher Form runden jedes Kapitel ab. Unter den Porträtierten ist auch Michael Schick aus Oberschwaben, der ein mobiles Tomatenrondell entwickelt hat. Dabei handelt es sich um eine Holzplatte von drei Metern Durchmesser, auf der er fast 500 Tomaten unterschiedlicher Farben und Sorten präsentieren kann.

Geschichte, Botanik und das Schicksal der Tomate von der Züchtung über verschiedene Patente bis hin zur Samenrettung sind ebenfalls Thema. Am Ende des großformatigen Buches gibt es zehn Tipps für gesunde und schmackhafte Tomaten von Aussaat und Anzucht über Düngung, Gießen und Mulchen bis zur Vorratshaltung. Fazit: Ein hochwertiges, schön aufgemachtes, leider recht teures Buch für alle, die sich jetzt ans Säen machen wollen. Gabriele Hennicke
Tomatenlust Die Geheimnisse der Tomatenpioniere von Ute und Martin Studer, Haupt Verlag, 240 Seiten, 39,90 Euro.