Cupcakes und Kuchen ohne Guss

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mo, 13. Januar 2020

Gastronomie

Auf der Hochzeitsmesse "Trau" standen Torten hoch im Kurs.

FREIBURG-BRÜHL. "2020 ist ein sehr beliebtes Hochzeitsjahr", sagt Frank Schumacher. Das zeigte sich am Wochenende auch in der Sick-Arena. Zu der von Schumachers Agentur Livetime organisierten Hochzeitsmesse "Trau" kamen insgesamt 7500 Besucherinnen und Besucher. Bei der mittlerweile 24. Ausgabe der Messe präsentierten 180 Aussteller aus rund 40 Branchen den künftigen Brautpaaren ihre Angebote rund ums Heiraten. Darunter waren auch Bäcker und Konditorenmeister mit ihren Cupcakes und Torten.

Daniela Deis hat keinen Katalog. Bei ihr sprechen die Mini-Cupcakes für sich. "Mir geht es um die Liebe zum Detail", sagt die Quereinsteigerin, die ihr Hobby 2016 zum Nebenruf machte. Die 46-Jährige aus Rheinhausen arbeitet in Vollzeit bei einem Unternehmen als Personalleiterin. Nun steht sie an ihrem Stand auf der Hochzeitsmesse und erklärt die Vorteile der Cupcakes. Viele Leute wollten gar nicht mehrere Torten übereinander gestapelt haben, das höre sie immer öfter. Denen reiche eine kleine Torte zum Anschneiden als Ritual und die Gäste bedienten sich dann lieber an den Cupcakes. Zwischen Mai und September, in der Hochzeit-Hochsaison, beliefert sie an Wochenenden einige Feiern mit ihren Mini-Törtchen "Like a Cake" , die sie jeweils passend zu einem gewünschten Motto kreiert.

Ihre Cupcakes bestehen aus einem meist mit Früchten oder Schokolade gefüllten Küchlein aus Rührteig. Aufgepeppt sind sie mit einer Creme, deren Inhalt sie nicht genauer verraten will. Als weiteres Topping komme auch mal Popcorn oder ein kandidiertes Veilchen dazu. Die Blumen auf ihren Torten sind meist aus Blütenpaste. Sie esse selbst zwar gern Marzipan, doch mit dem Fondant könne man viel besser arbeiten und verzieren.

Auch Jörg Andre muss wissen, wie die perfekte Torte aussieht. Der Konditormeister arbeitete einst in der Pâtisserie des Hotel Sacher in Wien und bei anderen Sterne-Häusern. Seit einigen Jahren kümmert er sich bei Kaisers Gute Backstube in Ehrenkirchen unter anderem um hochzeitliche Torten. Für Brautpaare nimmt er sich bis zu einer Stunde Zeit. Die Beratung sei wichtig, um auf die individuellen Wünsche ideal einzugehen. "Ich muss wissen, was für ein Typ der Kunde ist."

Andres Erfahrung: Meistens entscheide am Ende die Frau. Das Gespräch sollte jedoch früh genug vor dem Hochzeitstag stattfinden, rund vier Monate Vorlaufzeit sollte man schon einplanen, sagt der erfahrene Tortenmeister. Der Trend gehe gerade zum "Naked Cake", sagt Andre. Diese nackten Kuchen sind Torten, bei denen auf die Glasur verzichtet wird. Boden und Füllung sind quasi unverhüllt und gut getrennt. Biskuit, Buttercreme und Beeren – das sei die geliebteste Kombination, sagt Andre, der mit seinem Team im Jahr bis zu 50 große Torten auf Bestellung macht.

Himbeere, Mango-Maracuja und Schokolade sind beliebt

Für Patrick Kaltenbrunn geht es 2020 erst so richtig los. Als selbsternannter Tortenmacher will der Bäcker durchstarten. "Ich spüre den Markt", sagt der Freiburger, der erstmals auf der Messe ausstellt. Gerade ist er dabei, ein Gewerbe anzumelden, ein Ladengeschäft hat er auch schon im Blick. "Eine gläserne Produktion wäre toll", sagt er. Bisher gibt es seine Kuchen im Café Huber. Die Nachfrage sei groß, vor allem bei veganen und glutenfreien Kuchen, so Kaltenbrunn. Er macht viel mit Mandeln, Kokosmehl und Maisstärke. Die beliebtesten Geschmacksrichtungen seien derzeit Himbeere, Mango-Maracuja und Schokolade.

Zur Torte, die es auf Hochzeiten nicht mehr zwangsläufig spät nach dem Abendessen gibt, gehört für viele Kaffee. Den bietet etwa das Wandercafé. Florian Kastner, Yannik Hammann und Pascal Geiger stellen ihr mobiles Café auf Wunsch vor die Kirche oder in eine Scheune. Meistens würden sie für zwei Stunden gebucht, manchmal auch länger, sagt Geiger, der sich gerade zum professionellen Barista ausbilden lässt.