Erklär’s mir

Wie viel Macht hat ein Bürgermeister?

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Mi, 12. Februar 2020 um 09:00 Uhr

Erklär's mir

Chef im Rathaus einer Gemeinde – das kann eine reizvolle Aufgabe sein. Denn nicht viele Politiker haben so viel Einfluss und Spielraum wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Baden-Württemberg.

In größeren Städten heißen sie Oberbürgermeister. Gewählt werden sie vor allem als Persönlichkeit und nicht als Vertreter einer Partei. Und bei einem Wahlsieg haben sie länger einen sicheren Arbeitsplatz als andere Politiker: Acht Jahre dauert eine Amtszeit bis zur nächsten Wahl.

Bei Bundes- und Landespolitikern oder Kreis- und Gemeinderäten sind es nur vier oder fünf Jahre. In den acht Jahren haben sie drei große Aufgaben: Erstens sind sie Chef der örtlichen Verwaltung, also etwa der Mitarbeiter im Ordnungsamt, wo man seinen Ausweis erneuert, über Kindergärten und Friedhofsamt. Zweitens haben sie den Vorsitz im Gemeinderat – das ist das Parlament – und dürfen dort mit abstimmen. Und drittens vertreten sie Stadt oder Dorf wie ein Präsident: Sie gratulieren älteren Bürgern zum runden Geburtstag, begrüßen auswärtige Gäste und machen für Bürger einen Neujahrsempfang. Wenn sie es gut machen, werden sie nach acht Jahren wiedergewählt. Das klappt aber nicht immer.