Cocktail-Kultur

Warum ein Gin Tonic viel Eis braucht, um nicht zu verwässern

dpa

Von dpa

Mo, 17. August 2020 um 09:53 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Es ist kontraintuitiv: Damit ein Gin Tonic nicht zu wässerig wird, gehören richtig viele Eiswürfel ins Glas. Nur so wird die Kälte des Cocktails besser gehalten – und der Geschmack bleibt erhalten.

An einem lauen Sommerabend schmeckt schon mal ein Glas Gin Tonic auf dem Balkon oder der Terrasse. Bei der Zubereitung des sommerlichen Kultgetränks, das zur Zeit eine regelrechte Renaissance erfährt, sollte man das Glas zuerst randvoll mit mindestens minus 18 Grad kalten und ausreichend bemessenen Eiswürfeln auffüllen.

Die richtige Temperatur für den richtigen Trinkgenuss

"Viel Eis hält die Kälte besser, das Getränk verwässert nicht so schnell", rät Thomas Weinberger von der Destillerie Lantenhammer im bayerischen Hausham. Über das Eis werden dann vier bis sechs Zentiliter Gin gegossen. Erst dann wird langsam mit gekühltem Tonic-Wasser aufgefüllt und schließlich garniert, so der Gin-Experte, der auch Online-Tasting-Kurse veranstaltet. Bei diesen lernt man, dass Gin laut Verordnung mindestens 37,5 Volumenprozent Alkohol haben muss.

Aber für Weinberger wird es erst ab 40 Volumenprozent interessant. Dann erst kämen die Aromen richtig zur Geltung. Neben Wacholder kommen schon mal Aromen wie Gurkenessenzen, Brennnessel, Zirbenzapfen oder Mädesüß beim Brennen zum Einsatz. Die sogenannten Botanicals sollten sich dann auch in der Garnitur widerspiegeln – als Zesten von Zitronenschalen oder als Gurkenscheiben. Weinberger mahlt beim klassischen Gin einen Hauch getrockneter Wacholderbeeren ins Glas. So nimmt die Nase die dominierende Note des Getränks noch besser wahr.