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Corona-Tipps: Was tun, wenn ich mich krank fühle? Und wie verhalte ich mich, wenn ich fit bin?

Silas Schwab

Von Silas Schwab

Di, 17. März 2020 um 13:16 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Husten, Kopfweh, Fieber – nur eine Erkältung oder doch Corona? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. Auch wer fit ist, sollte die offiziellen Ratschläge befolgen.

Das Coronavirus verbreitet sich auch in Südbaden weiter. Während das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen kommt, wachsen die Sorgen vieler. Was tun, wenn ich mich krank fühle? Wann gelte ich als Verdachtsfall? Mit Informationen des Robert-Koch-Instituts, des Gesundheitsministeriums und der WHO beantworten wir die dringendsten Fragen.
Variante 1: Ich fühle mich krank

Was soll ich tun?
Es kursieren viele Viren – und viele grippale Infekte haben derzeit nichts mit dem Coronavirus zu tun. Auch die Influenza grassiert im Moment noch. Die Symptome ähneln aber denen der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Am häufigsten treten dabei Fieber und Husten auf. Aber auch Gliederschmerzen, Kurzatmigkeit, Kopf- und Halsschmerzen gehören zu den Symptomen. Manche Patienten klagen auch über Durchfall oder einen geschwächten Geruchs- und Geschmackssinn. Wissen Sie davon, dass Sie in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen wurde? Dann wenden Sie sich sofort per Telefon an das zuständige Gesundheitsamt. Haben Sie sich in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten? Kontaktieren Sie Ihren Arzt telefonisch und besprechen Sie das weitere Vorgehen. Ihr Hausarzt kann sie dann an die zuständige Teststation verweisen und Ihnen ein Rezept für den Test ausstellen. Wenn nicht, ist das zuständige Gesundheitsamt Ansprechpartner. Falls Sie weder Kontakt zu einer Person mit nachgewiesener Infektion hatten noch in einem Risikogebiet waren, kurieren Sie sich in Ruhe aus, konsultieren Sie, falls nötig, einen Arzt – und versuchen Sie, niemanden anzustecken.

Was, wenn mein Test negativ ist?
Nur, weil der Test negativ ausfällt, muss das nicht heißen, dass Sie sich nicht infiziert haben. Wer heute virusfrei getestet wird, kann Tage danach noch an Covid-19 erkranken. Die empfohlene Quarantänezeit von 14 Tagen sollte also jeder Verdachtsfall unabhängig vom Ausgang des Tests einhalten.

Was, wenn mein Test positiv ist?
Positiv getestete Covid-19-Patienten können sich je nach Schwere der Erkrankung in einer Klinik oder zu Hause auskurieren. Voraussetzungen für eine Behandlung zu Hause ist ein leichter Erkrankungsgrad bei geringem Risiko für den Patienten. Die Betreuung erfolgt dann telefonisch durch den Arzt und das Gesundheitsamt. Die Risikogruppen und Fälle mit offensichtlich schweren Verläufen werden stationär behandelt.

Gehöre ich zu einer Risikogruppe?
Grundsätzlich gilt die Regel: Je älter, desto stärker gefährdet ist man, an dem Virus schwerer zu erkranken. Bei Personen ab 50 bis 60 Jahren steigt das Risiko. Raucher, Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sind stärker gefährdet, ebenso Diabetiker und Menschen mit Leber- oder Krebserkrankungen. Besonders vorsichtig sein sollten auch Patienten mit einem geschwächten Immunsystem, aufgrund einer Erkrankung oder durch Medikamente. Weder Schwangere noch Kinder scheinen laut WHO ein erhöhtes Gesundheitsrisiko zu haben.

Wie sieht die Quarantäne eines Erkrankten aus?
Zu Hause darf nur bleiben, wer ein gut belüftbares Einzelzimmer zur Verfügung hat. Die Anzahl und Enge der Kontakte sollte reduziert werden; Menschen aus den genannten Risikogruppen sollte man strikt meiden. Möglichst sollten sich Erkrankte nicht mit Familienmitgliedern oder Mitbewohnern in einem Raum aufhalten oder zumindest einen bis zwei Meter Abstand halten. Gemeinsam genutzte Räume sollten gut gelüftet werden. Wichtig ist auch: eine strenge Handhygiene, Einweg-Papiertücher zum Trocknen der Hände und eine strenge Trennung von Handtüchern, Wäsche und Geschirr.

Wann gelte ich als wieder gesund?
Dafür formuliert das RKI folgende Kriterien: Ein Patient gilt erst dann als gesund, wenn er mindestens seit 48 Stunden fieberfrei ist, seit mindestens 24 Stunden keine Symptome mehr zeigt und innerhalb von 24 Stunden zweimal negativ getestet wurde.

Ist man nach einer überstandenen Infektion immun?
Es gibt Daten, die zeigen, dass Covid-19-Patienten nach einer Infektion Antikörper gegen das Virus bilden. Sie schützen das Immunsystem vor einer Infektion mit demselben Virus. Wie lange diese Immunität anhält, ist noch nicht bekannt.


Variante 2: Ich fühle mich fit

Wann gelte ich als Verdachtsfall?
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es zwei Möglichkeiten, zu einem Verdachtsfall zu werden. Entweder sind Sie in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet nach Deutschland eingereist. Oder Sie hatten Kontakt zu jemandem, dessen Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus bestätigt ist. Die Risikogebiete weist das RKI aus. Das uns am nächsten gelegene Risikogebiet ist die Region Grand Est in Frankreich, zu der das gesamte Elsass zählt. Risikogebiete sind aber auch Italien und Tirol in Österreich.

Wie lange kann es dauern, bis die Krankheit ausbrechen kann?
Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch nennt sich Inkubationszeit und dauert erfahrungsgemäß im Durchschnitt fünf bis sechs Tage. In seltenen Fällen soll die Inkubationszeit schon 24 Tage betragen haben.
Wichtige Telefonnummern

  • Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald Tel. 0761 / 2187-3003
  • Gesundheitsamt Ortenaukreis Tel. 0781 / 805-9696
  • Gesundheitsamt Lörrach Tel. 07621 / 410-2101
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst für Privat- und Kassenpatienten Tel. 116 117

Was soll ich tun, wenn ich mit einer infizierten Person Kontakt hatte?
Das RKI unterscheidet für Normalbürger zwei Kategorien des Kontaktes mit einem Infizierten. Die strengere Kategorie beinhaltet einen Kontakt, der mindestens 15 Minuten von Angesicht zu Angesicht stattgefunden hat, oder einen Kontakt mit den Körpersekreten eines Infizierten. Als ein Kontakt dieser Kategorie gilt auch, im Flugzeug im Abstand von bis zu zwei Reihen zu einem Infizierten gesessen zu haben. Wen dies betrifft, muss sich umgehend beim Gesundheitsamt melden und wird namentlich registriert. Die Personen sollten in häusliche Quarantäne. Unter die zweite, weniger strenge Kategorie fallen Personen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter Covid-19-Fall aufgehalten haben, aber keinen mindestens 15-minütigen Sprachkontakt hatten. Auch diese Personen müssen sich beim Gesundheitsamt melden, werden aber nicht zwingend registriert. Die häusliche Quarantäne ist freiwillig und wird mit dem Gesundheitsamt abgesprochen.



Was soll ich tun, wenn ich aus einem Risikogebiet zurückkomme?
Reisen ins Ausland sollte man meiden. "Rechnen Sie bei angeordneten Quarantänemaßnahmen nicht mit einer Rückholung durch Ihren Reiseveranstalter oder die Bundesregierung", so das Auswärtige Amt. Trotz Einreisesperren können deutsche Staatsbürger aus dem Ausland einreisen – sofern sie einen Flug finden. Wer aus einem Risikogebiet kommt, sollte unnötige Kontakte vermeiden und, wenn möglich, zu Hause bleiben. Bevor Sie zur Arbeit gehen, sollten Sie abklären, ob Sie an den Arbeitsplatz dürfen. Die Quarantäne ist aber grundsätzlich freiwillig. Sobald Symptome auftreten, sollten Sie umgehend das Gesundheitsamt kontaktieren.

Was erwartet mich in der häuslichen Quarantäne?
Egal, ob nach dem Kontakt mit einem Infizierten oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt: Über die konkreten Maßnahmen entscheidet immer das Gesundheitsamt. Das RKI empfiehlt für die Quarantäne, sich in einem gut belüfteten Raum aufzuhalten und Haushaltsgegenstände wie Wäsche oder Geschirr nicht zu teilen. Wenn möglich sollte die Person, die unter Quarantäne steht, ein eigenes Badezimmer benutzen. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig bei mindestens 40 Grad gewaschen werden. Von Mitbewohnern soll man sich zeitlich und räumlich trennen. Zeitlich durch versetztes Essen und räumlich durch strenge Aufteilung, wer sich in welchen Räumen aufhält.

Was passiert, wenn ich mich nicht an die Quarantäne halte?
Nach dem Infektionsschutzgesetz dürfen die Behörden eine Quarantäne anordnen – im Krankenhaus oder "in sonst geeigneter Weise", also auch zu Hause. Wer sich dem widersetzt, dem drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Bisher sind aber noch keine solchen Fälle bekannt geworden.

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