Lockdown-Folge

Das Eiscafé in Freiburg-Landwasser ist umgezogen – und wieder geschlossen

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 06. November 2020 um 06:30 Uhr

Gastronomie

Weil das Einkaufszentrum in Freiburg-Landwasser abgerissen wird, ist das Eiscafé "Palma" ins evangelische Gemeindezentrum umgezogen – und jetzt corona-bedingt wieder geschlossen.

Kürzlich musste Elvedin Mahic sein Eiscafé "Palma" am bisherigen Standort schließen, weil das Einkaufszentrum abgerissen wird. Und kaum hatte er das Café im nahegelegenen Haus der evangelischen Zachäusgemeinde neu eröffnet, musste er es auch hier diese Woche vorübergehend wieder zumachen: wegen Corona. Trotzdem ist er sehr zufrieden mit dem Neustart seit Mitte Oktober. Er freut sich, dass er in Landwasser bleiben kann. Alle hätten ihm geholfen, sagt er: seine Gäste, der Bürgerverein, die Stadtverwaltung mit schnellen Genehmigungen und besonders die Zachäusgemeinde.

"Es ist sehr schön geworden": Elvedin Mahic freut sich, dass sein neues Eiscafé sogar größer als sein bisheriges ist. Statt wie früher 120 hat er nun 156 Quadratmeter Platz. Das ist vor allem in Corona-Zeiten wichtig, die vorgeschriebenen Abstände seien für ihn so kein Problem.

Stammgäste hielten dem "Palma" die Treue

Seit der Eröffnung Mitte Oktober seien zumindest seine Stammgäste regelmäßig da gewesen, und einige andere hätten das Café ganz neu entdeckt: Auf dem Weg zu den Albert-Schweitzer-Schulen oder den Kitas kämen viele am "Platz der Begegnung" und am Gemeindezentrum vorbei, die das alte "Palma" weniger wahrgenommen hätten. Einige Zeit war nicht klar gewesen, ob es für das Eiscafé angesichts des Abrisses des Einkaufszentrums noch eine Zukunft in Landwasser geben würde. Mit dem Umzug aufs Übergangsquartier am Kannenberggelände hatte es nicht geklappt. Dann kam die rettende Idee, dass Elvedin Mahic ins einstige "Dialog-Café" der Zachäusgemeinde einziehen könnte. Es wurde Anfang der 1970er beim Bau des Gemeindezentrums eingerichtet und bis Mitte der 1980er genutzt, erzählt die Pfarrerin Anja Rahmelow. Weil es sich finanziell nicht lohnte, da beispielsweise bei Seniorennachmittagen ermäßigte Preise für die Gäste galten, wurde es als Café geschlossen. Doch ungenutzt waren die Räumlichkeiten nicht: Unter anderem fanden dort Chorproben, Konfirmanden-Unterricht und Seniorennachmittage statt, auch der Bürgerverein traf sich zu seinen Mitgliederversammlungen. Außerdem vermietete es die Gemeinde für Hochzeitsfeiern.

Jetzt müssten alle in den Kirchenraum nebenan oder in einen sehr kleinen anderen Raum umziehen, sagt Anja Rahmelow, das sei eine Herausforderung. Doch der Gemeinde sei es wichtig, dass es in Landwasser weiterhin für alle einen Ort gebe, an dem man sich "mit Würde" treffen könne. Elvedin Mahics Vertrag läuft bis mindestens Ende 2024. Bis dahin werde das neue Einkaufszentrum fertig sein, sagt er. Das Gemeindezentrum soll dann irgendwann saniert werden. Dass möglicherweise in derzeit noch leeren Containern auf dem Kannenberggelände übergangsweise noch ein weiteres Eiscafé eröffnet, ist für ihn kein Problem: "Ich habe meine Kunden."