Kochbuch-Tipp

Einblick in die vielfältigen Aromen der libanesischen Küche

Ulrike Ott

Von Ulrike Ott

Mo, 07. September 2020 um 10:36 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Die arabisch-orientalische Küche ist John Gregory-Smith ein Anliegen. In seinem Buch "Küchenschätze aus dem Libanon" präsentiert er 100 Rezepte aus dem Land der Zedern.

John Gregory-Smith landete schon vor Jahren am Herd eines Restaurants in Beirut, um die typischen, oft zitronig-säuerlichen Aromen der libanesischen Küche besser kennen zu lernen. Später – mit der Idee des jetzt vorliegenden Kochbuchs im Kopf – machte sich Gregory-Smith in einem zerbeulten Mietwagen auf die Reise, um auf den Märkten und in den Küchen der Städte, im Chouf-Gebirge oder Wadi Qadischa-Tal unter die Kochtopfdeckel zu schauen. Auf diese Weise sammelte er 100 Original-Rezepte. Es geht um Koriander, Petersilie, Knoblauch und Minze, aber auch um das typische Sieben-Gewürz, das neben anderem Piment, schwarzen Pfeffer, Zimt, Ingwer und Muskat enthält. Nicht nur Gerichte wie Taboulé, Falafel oder Hummus sind erklärt, und es ist auch kein Werk, das alle Standardrezepte der libanesischen Küche umfasst.

Das Nationalgericht Kibbeh darf nicht fehlen

Gregory-Smith wandelt einige Klassiker um und präsentiert neue Kombinationen. Er macht Lust auf Mezze (Vorspeisen) und Gemüse, auf Gebratenes und Gegrilltes, auf Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, aber auch auf Eintöpfe, Reis und Getreide – immer ein wenig anders zubereitet. Die Dessertrezepte klingen üppig und ganz oft wird Rosen- oder Orangenblütenwasser verwendet. Das Nationalgericht des Libanons, Kibbeh, sind Bällchen, die fast immer aus Lammhackfleisch und Bulgur bestehen. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen. In diesem Kochbuch findet man unterschiedliche Zubereitungsmöglichkeiten – und sogar eine vegetarische Variante mit Kürbis und Spinat.

Überhaupt spielen saisonale Zutaten wie dicke Bohnen im Frühjahr und Granatäpfel im Herbst eine wichtige Rolle. Alles in allem ist Gregory-Smith ein Kochbuch gelungen, mit dem er den Appetit anregen und deutlich machen will, dass der Libanon "so viel mehr als Krieg" ist: Es sei "ein wunderschönes Land mit einer Landschaft, die es so nirgendwo anders auf der Welt gibt – und einer wirklich unglaublichen Küche". Diese Behauptungen beweisen zumindest bildhaft tolle Food-Aufnahmen, aber auch Fotos aus dem Libanon. Wer in dem Buch schmökert, bekommt so richtig Lust auf orientalischen Genuss.
John Gregory-Smith: Küchenschätze aus dem Libanon, Christian Verlag, München, 192 Seiten, 29,99 Euro