Erklär's mir: Was ist ein Tagebuch?

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Mo, 03. August 2009

Erklär's mir

Es gibt ja vielleicht Sachen, die ihr niemandem direkt sagen könnt. Oder vielleicht sowieso lieber für euch behalten wollt. Wenn ihr etwas ganz Schönes oder ganz Trauriges oder ganz Wichtiges erlebt habt und ihr das nicht vergessen und euch später daran erinnern wollt, dann könnt ihr es aufschreiben. Abends vor dem Schlafengehen zum Beispiel, wenn alles ruhig geworden ist und ihr noch ein bisschen nachdenken wollt über das, was so alles passiert ist am Tag. Wenn ihr das regelmäßig macht, also vielleicht nicht jeden Tag, aber doch immer wieder, kann daraus ein Tagebuch werden. Das heißt so, weil es dazu da ist, ein heimlicher Freund für jeden Tag zu werden. Deshalb lässt es sich auch direkt anreden, wenn man ihm ein Geheimnis anvertraut: "Liebes Tagebuch. . . " Viele Dichter haben Tagebuch geschrieben. Wenn man darin liest, erfährt man auch viel über die Zeit, in der sie gelebt haben. Eins der berühmtesten ist das Tagebuch der Anne Frank. Ob heute noch viel Tagebuch geschrieben wird? Seid ihr nicht viel lieber am Computer? Dem kann man seine Gedanken und Gefühle auch anvertrauen. Und wenn man das ins Internet stellt, heißt es Weblog und kann von jedem gelesen werden. Geheim ist daran nichts mehr. Und es kann kein Buch draus werden. "Lieber Computer": Das würde wohl niemand schreiben.