Jugend und Beruf

Jobs für kreative Köpfe und Strategen

Johannes Boldt

Von Johannes Boldt (dpa)

Di, 19. September 2023 um 09:45 Uhr

Verlagsthema

Verlagsthema Die Games-Branche wächst. Und monatlich kommen neue Videospiele auf den Markt – diese Berufe sind an der Produktion beteiligt.

"Grundsätzlich kann man die Berufe der Games-Branche in drei Bereiche einteilen", sagt Felix Falk, Geschäftsführer von "game – Verband der deutschen Games-Branche". Nämlich in technische, kreativ-künstlerische und die kaufmännischen Berufe.
Die Games-Branche leide unter Fachkräftemangel. "So sind derzeit bei rund jedem zweiten Games-Unternehmen in Deutschland Positionen unbesetzt", sagt Falk. Wer sich also spielerisch verwirklichen will, hat viele Möglichkeiten. Eine Auswahl:

Game Programmer
Nachdem die Story für ein Spiel steht, muss es programmiert werden. Da ist Teamarbeit gefragt. Gerade bei größeren Spielen gilt es, über mehrere Wochen und Monate an den Quellcodes zu arbeiten. "Wir bekommen den Auftrag und dann heißt es Eigeninitiative und Arbeitsaufteilung", sagt Markus Schenk (Name geändert), Game Programmer bei einem großen internationalen Spielentwickler. Während die einen am Hauptspiel arbeiten, kümmern sich andere vor allem um Bugs im Spiel und beheben diese. "Für den Beruf braucht man nicht immer ein Studium oder eine Ausbildung. Das Programmieren bringen sich viele einfach selbst bei", so Schenk.

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere monatliche Bruttoentgelt bei gut 4800 Euro.

Gamedesigner/in
Die Aufgaben im Gamedesign sind breitgefächert. Grundsätzlich geht es darum, die Spielmechanik zu entwerfen. Die grundlegende Spielidee muss in Regeln übertragen werden, die einen Spielablauf ergeben, so der Branchenverband Game auf seiner Webseite. Gamedesigner können sich auf die Benutzeroberfläche spezialisieren, auf die Spielelemente, aber auch auf die narrativen Elemente, also die Entwicklung der Story und Dramaturgie. Gefragt ist vor allem Kommunikationsfähigkeit, aber auch analytische Fähigkeiten, logisches Denk- und Abstraktionsvermögen und ein gutes Organisationstalent. "Die Designer müssen für die Programmierer umsetzbare Konzepte erstellen", sagt Schenk. Im Entgeltatlas wird das mittlere monatliche Bruttoentgelt auf rund 3470 Euro beziffert. Für erfahrene Gamedesigner kann das Gehalt aber auch deutlich höher ausfallen.

Grafikdesigner/in
Die großen Open-World-Games sind Aushängeschild vieler Spieleentwickler. Doch egal wie groß ein Spiel ist, eine vernünftige Grafik ist für das Wohlbefinden der Nutzer entscheidend.

Grafikdesigner arbeiten deshalb eng mit den Autoren des Spiels zusammen, um den visuellen Stil an die Geschichte anzupassen. Es geht darum, Charaktere, Gegenstände und die Spielumgebung aussagekräftig zu gestalten. "Viele, die in diesem Beruf arbeiten, haben zum Beispiel eine Ausbildung zum Produktdesigner absolviert", so Schenk. Daneben sind Studiengänge wie Kommunikationsdesign und Mediengestaltung nur zwei von zahlreichen weiteren Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf.

Laut Entgeltatlas beziffert sich das mittlere monatliche Bruttoentgelt für Grafikdesignerinnen und -designer auf 3470 Euro.

Sound Designer/in
Neben der zum Teil epischen Musik, die Spiele begleitet und von Komponisten entwickelt wird, gibt es Sound Designer, die dem allgemeinen Spiel Leben einhauchen. Sie entwickeln eine echte Geräuschkulisse für das Spielerlebnis. Dafür müssen Geräusche wie Schritte oder Wetterereignisse perfekt dargestellt werden. Wer Spaß am Programmieren hat, ist in diesem Beruf gut aufgehoben.

In den Beruf führt etwa die Ausbildung zum Mediengestalter Ton und Film oder Studiengänge wie Audio Engineering, Audio und Musikproduktion.

Im Entgeltatlas wird das mittlere monatliche Bruttoentgelt für die Berufsgruppen "Audio Engineer" und "Mediengestalter/in Bild und Ton" mit rund 3000 Euro beziffert.

Game User Researcher/in
Was wünschen sich die Konsumenten, welche Anforderungen muss ein Spiel erfüllen und passt das Spiel zum Zeitgeist? Solche Fragen versuchen Spezialisten aus dem Game User Research unter Einsatz sozialwissenschaftlicher Forschungsmethoden zu beantworten. Dafür arbeiten sie auch direkt mit Nutzern zusammen. "Wir laden Konsumenten zum Teil direkt zu uns ein, sprechen mit ihnen über ihre Vorstellungen und lassen sie an unseren Konsolen die Spiele testen", so Schenk. Zugang zum Beruf bietet ein Studium der Psychologie. Aber auch Fachrichtungen wie Informatik, Soziologie, User Experience Management oder Kommunikationswissenschaften bieten sich an.

Für das Berufsbild "UX-Researcher/in" wird im Entgeltatlas ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von rund 5900 Euro gelistet. Die Verdienstmöglichkeiten können aber je nach Branche variieren. Für das Berufsbild "Customer-Experience-Manager/in" liegt das monatliche Bruttoentgelt bei rund 4880 Euro.
Weitere Berufsbilder findest du auf der Karriereseite gamecampus.de des Branchenverbands Game.

Aktuelle Ausbildungsplätze gibt es auf dem Jobmarkt der Badischen Zeitung.