Handwerk in der Region

Umdenken gefordert

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. Juni 2022 um 12:53 Uhr

Verlagsthema

Verlagsthema Statement zur Lage von Bernd Wölfle, im Juli 2021 einstimmig zum neuen Ortenauer Kreishandwerksmeister gewählt. Er sieht sich seit Beginn seiner Amtszeit großen Herausforderungen gegenüber.

Über die Lage der Handwerker in der Ortenau gibt Wölfe (60) folgendes Statement ab:

"Corona hat vor allem die körpernahen Dienstleistungen in Mitleidenschaft gezogen, die noch heute mit den Folgen zu kämpfen haben. Das Bauhandwerk war nicht so gravierend betroffen, allerdings musste dort die Materialknappheit überbrückt werden. Diese hat sich durch den Ukraine-Krieg extrem verstärkt. Beispielsweise fehlt Stahl, und auch andere Materialien sind nur schlecht lieferbar oder haben lange Lieferzeiten. Das macht uns im Handwerk sehr zu schaffen. Auch die Materialpreise ziehen immer stärker an, und die Frage ist, wie wir das hinbekommen sollen, ohne die Endkunden zu überfordern und dennoch gewinnbringend zu arbeiten und nicht noch draufzuzahlen. Daher kann es dazu kommen, dass Firmen künftig bei vollen Auftragsbüchern Kurzarbeit anmelden müssen, weil die Arbeit nicht ausgeführt werden kann.

Dazu kommt die Energiewende. Die muss sein. Das Problem ist die Umsetzbarkeit im vorgegebenen Zeitraum: Bis 2030 die Klimaziele zu erreichen, ist unmöglich. Dabei spielt der Fachkräftemangel eine Rolle. Wir sind auf einem guten Weg, um mehr Nachwuchs zu bekommen. Aber da muss in der Bevölkerung ein Umdenken stattfinden, nicht nur ein Studium ist etwas wert: Wir haben im Handwerk alle Chancen."
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