Technik gegen Corona

Ein Wirt aus Zell im Wiesental hat 17.000 Euro in Lüftungsgeräte investiert

Gudrun Gehr

Von Gudrun Gehr

Mi, 28. Oktober 2020 um 17:19 Uhr

Gastronomie

Für Mike Kiefer, den Wirt des "Löwen" in Zell, ist eine erneute Gaststättenschließung besonders bitter. Er hat viel Geld in einen neuartigen Luftreiniger investiert, um seine Gäste und sein Team zu schützen.

Um seine Gäste, aber auch seine Mitarbeiter zu schützen, hat der Zeller Gastronom und Kreis-Dehoga-Vorsitzende Mike Kiefer neue Lüftungsgeräte für die Gasträume des "Löwen" beschafft. Die Investitionen betragen 17.000 Euro. Für ihn ist eine erneute Schließung der Gaststätten besonders bitter.

Nach 60 Tagen coronabedingten Lockdowns und des damit einhergegangenen Umsatzeinbruchs im Frühjahr war Mike Kiefer, Inhaber des Hotel-Restaurant Löwen in Zell, ziemlich frustriert. Er beschloss zu handeln und in den Infektionsschutz zu investieren. Über Winfried Schleith, Geschäftsführer der Firma Wenk GmbH in Binzen und Vertriebspartner der Firma Xtraction, kam Kiefer zu seinem "Vitapoint"-Luftreiniger.

99,995 Prozent der Viren werden laut Hersteller abgesondert

Winfried Schleith erklärte beim Pressetermin dessen Funktionsweise: Er saugt verunreinigte Luft nahe am Fußboden ab und reinigt sie über zwei Filterstufen. Viren und Tröpfchen werden nach Angaben des Herstellers mit einem Abscheidegrad von 99,995 Prozent im Filtersystem abgesondert. In einer Walzbewegung reinigen zwei Filterstufen. Eine der Filterstufen der Klasse F 9 ist vorgesehen für die Luftreinigung beispielsweise in Laboratorien, die zweite Filterstufe der Klasse H 14 reinigt üblicherweise die Luft eines Operationssaals.

Ein Teil der Pandemiebekämpfung könne so auch auf technischem Weg erfolgen, sagt Winfried Schleith. Allerdings gebe es noch keine langfristigen Erfahrungen mit dem Gerät. Die Geräte seien zunächst für Personen mit Atemwegserkrankungen gedacht gewesen und schon vor Beginn der Corona-Pandemie entwickelt worden. Mike Kiefer war der erste Gastronom im Landkreis, der für seine Speisesäle die Luftreiniger bestellte. Weitere Anfragen von Gastronomen nach den Geräten aus dem Landkreis lägen bereits vor, sagt Schleith.

Eine Förderung ist nicht vorgesehen

"Nun in der kälteren Jahreszeit ist es für uns Gastwirte oft nicht möglich, in kurzen Abständen die Fenster zu öffnen, um zu lüften. Dies ist für die Gäste nicht zumutbar", sagt Mike Kiefer. "Außerdem bin ich verpflichtet, nicht nur unsere Gäste vor dem Virus zu schützen, sondern auch unsere Mitarbeiter."

Zwei Geräte hat sich Mike Kiefer beschafft: Das größere ist einsetzbar für mehrere Speiseräume mit einer Grundfläche von maximal 300 Quadratmetern, das kleinere ist geeignet für den Gastraum mit 150 Quadratmetern. Die Kosten für beide Geräte liegen bei 17.000 Euro. Fördergelder für die Anschaffung der Geräte sind nach dem derzeitigen Stand noch nicht vorgesehen.