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Jugend und Beruf

Na typisch!

Jessica Kliem  und Anita Fertl

Von Jessica Kliem (dpa) und Anita Fertl

Mi, 31. Januar 2024 um 10:24 Uhr

Verlagsthema

Verlagsthema Medizinische Fachangestellte oder Kraftfahrzeugmechatronikerin? Bei der Wahl der Ausbildungsberufe gibt es nach wie vor geschlechtsspezifische Unterschiede.

Einfach mal andere Berufsbilder ausprobieren: Das steckt hinter den Girls’- und Boys’Days. Foto: Lightfield_studidios (stock.adobe.com)
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Frauen und Männer schlagen bei der dualen Berufsausbildung immer noch oft unterschiedliche Wege ein. Das zeigen Auswertungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Ausbildungsmarkt 2022/2023. Dabei ist Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement der Ausbildungsberuf, für den die meisten Ausbildungsverträge unterzeichnet wurden, nämlich rund 23.000.
Laut Auswertung stand bei Frauen der Beruf der Medizinischen Fachangestellten auf Platz eins: 16.656 Ausbildungsverträge schlossen sie dem BIBB zufolge neu ab. Bei den Männern waren es lediglich 747. Damit lag der Anteil der neuen weiblichen Auszubildenden hier bei knapp 96 Prozent.

Bei Männern setzte sich mit 20.295 neuen Verträgen hingegen die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker an die Spitze – beim weiblichen Nachwuchs kam diese Ausbildung (1284 Verträge) nur auf Rang 32.

An zweiter Stelle bei den Frauen stand die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, die zur Zahnmedizinischen Fachangestellten lag auf Platz drei. Zum Vergleich: Bei den Männern waren das die Ausbildung zum Fachinformatiker und zum Elektroniker. Bei diesen beiden Ausbildungsberufen lag der Anteil der neuen weiblichen Azubis gemessen an den abgeschlossenen Verträgen bei unter zehn Prozent (9,4 beziehungsweise 2,8 Prozent).

Die Auswertung beruht auf Daten aus der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2022 in anerkannten dualen Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung.

Doch wie gelingt es, sich ohne Vorurteile zu orientieren? Dafür hat das von der Bundesagentur für Arbeit herausgegebene Bildungsmagazin abi einige Tipps. Zuallererst: "Die Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler sollten eigentlich die wichtigsten Punkte bei der beruflichen Entscheidung sein", erklärt Siegfried Walther, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar gegenüber abi. Doch häufig sei es neben Verdienst und Chancen auf dem Arbeitsmarkt vor allen Dingen das Prestige der Berufe, die schließlich den Ausschlag für die Berufswahl geben würde. Das schränkt laut Walther die Jugendlichen in ihrer Auswahlmöglichkeit stark ein.

Der Berufsberater rät, sich von solchen Vorurteilen frei zu machen und sich bei der Berufswahl stattdessen nach den eigenen Stärken und Vorlieben zu richten: "Ich sehe in der Berufsberatung oft Mädchen mit der guten Noten in Mathematik, die sich nicht trauen, in diese Richtung zu gehen." Es gebe diese Klischees zwar, aber man könne sie hinterfragen.

Deshalb sei es wichtig, Orientierungsangebote zu nutzen und verschiedene Berufe auszuprobieren. Dabei helfen Berufsmessen, aber auch der Girls’Day oder Boys’Day im April, bei denen Jungen und Mädchen für ihr Geschlecht untypische Berufe ausprobieren können.

Und: "Wenn jemand noch gar nicht weiß, in welche Richtung es später gehen soll, empfehle ich Check-U der Bundesagentur", sagt Walther. Der Selbsterkundigungstest zeigt, welche Ausbildungen und Studienfelder zu den individuellen Stärken passen – damit es in Zukunft eben nicht heißt: typisch Mann, typisch Frau.
Aktuelle Ausbildungsplätze gibt es auf dem Jobmarkt der Badischen Zeitung.

Ressort: Verlagsthema

Dossier: Jugend und Beruf

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