Gastronomie

Restaurantbetrieb im Basler Leuchtturmschiff ist gestartet

sda, bz

Von sda & BZ-Redaktion

Di, 20. Juli 2021 um 12:08 Uhr

Gastronomie

Vor zwei Jahren wurde in Basel ein Leuchtturmschiff aus dem Rhein gehievt. Nun ist der Umbau abgeschlossen. Das Restaurant hat seinen Betrieb aufgenommen. Kulturveranstaltungen folgen im Herbst.

Die Pandemie hat auch den "Stapellauf" des ausgewässerten Leuchtturmschiffs "Gannet" beim Zwischennutzungsprojekt Holzpark Klybeck am Basler Hafen verzögert. Inzwischen aber hat das Restaurant den Betrieb aufgenommen. Für den Verein Shiftmode, der das Projekt forciert hat und betreibt, ist das indes erst der Anfang. Im Herbst soll im Schiffsrumpf dann auch das Kulturprogramm starten.

Video: Das Leuchtturmschiff kommt in Basel an



Das 1954 erbaute, feuerrote britische Leuchtturmschiff ist schon seit fast zwei Jahren im wahrsten Sinne des Wortes Leuchtturm auf dem Zwischennutzungsareal beim Basler Hafen. Im August 2019 wurde das gut 550 Tonnen schwere und 40 Meter lange Schiff in einer spektakulären Aktion an Land gehoben und dort verankert. Nach zwei Jahren Um- und Ausbauzeit steht es nun mit einem Restaurant, einer Bar und vor allem einem Veranstaltungsraum dem Publikum offen.

Es soll kein Musikclub sein

Schwerpunktmäßig sei ein Programm mit Theaterproduktionen sowie Konzerten, aber kein Musikclub geplant, sagte Katja Reichenstein vom verantwortlichen Verein Shiftmode dieser Tage in einer Medienpräsentation. Das Programm im weiträumigen Schiffsrumpf werde aber erst im Oktober richtig hochgefahren.

Das Restaurant auf dem Hauptdeck samt Außenbereich auf dem ehemaligen Helikopterlandeplatz auf dem Oberdeck ist aber seit vergangener Woche eröffnet.

Dazu wird es eine Bar mit Lounge geben. Zu einem späteren Zeitpunkt soll noch ein Hafen-Radio hoch ober im Leuchtturm dazukommen. Für dieses Projekt sei die Finanzierung aber noch nicht gesichert, sagte Reichenstein. Das Projekt mit dem Kauf und dem Transport des Schiffs sowie mit den Umbauarbeiten kostete rund 1,2 Millionen Franken. Dabei konnten die Verantwortlichen auf Beiträge aus dem baselstädtischen Swisslos-Fonds und der Christoph-Merian-Stiftung in einer Gesamthöhe von 150.000 Franken sowie auf einige private Spenden zurückgreifen. "Den größten Anteil mussten wir aber unter anderem über Bankkredite selber stemmen", schildert Reichenstein.

Es gab Widerstand aus der Nachbarschaft

Mit der Umnutzung des Schiffs hat der Verein Shiftmode aus der Not eine Tugend gemacht. Ursprünglich war geplant, dass auf dem seit 2014 als Zwischennutzungsprojekt genutzten Areal Holzbauten für Veranstaltungen in der kalten Jahreszeit aufgebaut werden – deshalb der immer noch genutzte Name Holzpark. Zahlreiche Einsprüche aus der Nachbarschaft verunmöglichten aber über Jahre hinweg die Ausführung des geplanten Projekts.

Mit improvisierten Bars, Bühnen und Projekträumen in Hütten, einem alten Bus oder in Containern avancierte das Areal vor allem in den Sommermonaten dennoch zum Hotspot des Basler Ausgehpublikums. Die Zwischennutzung von diversen Arealen auf den nicht mehr benötigten Flächen auf dem Basler Hafenareal war ursprünglich bis 2019 befristet, wurde von der Regierung aber bis mindestens 2024 verlängert.

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