Gastgewerbe

So lief der Neustart für Hotellerie und Gastronomie im Breisgau

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Von Mario Schöneberg, Jannik Jürgens, Kathrin Blum & Sebastian Krüger

Mi, 17. Juni 2020 um 16:57 Uhr

Gastronomie

BZ-Plus Hotels und Gasthöfe haben wieder geöffnet. Aber kommen auch die ersehnten Urlauber? Wie blicken Hoteliers und Gastronomen in die Zukunft? Die Breisgau-Redaktion hat sich umgehört.

Merzhausen
"Das sind Verluste wie nach dem Krieg", sagt Johannes Isaak, der in Merzhausen das Hotel beim Hirschen betreibt und Inhaber ist. Durch den Lockdown blieben die Gäste aus, dabei sei der Mai traditionell der stärkste Monat fürs Geschäft. Auf etwa 50.000 Euro beziffert Isaak seine Einbußen. Staatliche Unterstützung habe er in Höhe von 9000 Euro erhalten. Und auch über Pfingsten seien bloß drei oder vier Zimmer vermietet worden. Dazu muss man wissen: Isaak betreibt kein klassisches Ferienhotel wie in vielen Schwarzwaldorten, sondern eher ein Geschäftshotel.

Die Gäste blieben aber weiterhin aus. "Das können sie vergessen", sagt Isaak. Er gehe davon aus, dass es zäh werde, bis in den September hinein werde sich die Flaute ziehen. "Gott sei Dank habe ich Geld angespart", sagt Isaak. Damit wollte der Hotelier eigentlich einen Konferenzraum, der wenig genutzt wird, in eine Wohnung umbauen. Das fällt nun aus. Doch Isaak kann der Krise auch etwas Positives abgewinnen. Das könne mit dem Alter zu tun haben, das ihn gelassener auf die Dinge blicken lasse. "Viele Betriebe sind in den vergangenen Jahren ja regelrecht explodiert", sagt Isaak. Wachstum um jeden Preis sei die Devise gewesen. Sein Betrieb hingegen sei langsam und abgesichert gewachsen. Nun zeige sich, dass solides Wirtschaften auf Dauer gesünder sei und in Krisenzeiten belohnt werde. Noch etwas hat Isaak beobachtet: "Die Leute haben gelernt, dass sie auch mit weniger auskommen." Das sei gar nicht so schlecht.

Wittnau
Eliane Winterhalter versucht, Optimismus zu verbreiten. "Wir hoffen, dass es jetzt wieder aufwärts geht", sagt die Inhaberin des Hotels zum Hirschen in Wittnau. Denn Gäste seien in den vergangenen Monaten so gut wie keine gekommen. Einige Handwerker, die auf Montage waren, und mit Erlaubnis ihrer Firma übernachten durften, waren da – ansonsten standen die zwölf Zimmer leer. Die Festangestellten seien in Kurzarbeit geschickt worden und auch für die Aushilfen sei so gut wie keine Arbeit vorhanden gewesen. Den Hotelbetrieb für die Handwerker stemmte Winterhalter zusammen mit ihrem Mann und dem Sohn. Im Vergleich zu den Ausfällen sei die staatliche Hilfe ein Tropfen auf dem heißen Stein. "Wenn wir Pacht bezahlen müssten, wäre es richtig heftig", sagt Winterhalter.

Doch weil die Familie etwas Geld angespart habe und Gasthof und Hotel ...

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