Bildungsakademie der Indienhilfe

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Sa, 02. März 2013

Gundelfingen

Für die Ärmsten in Indien / Gundelfinger Infoabend von Inge Dännart über die Aktion "Wasser ist Leben".

GUNDELFINGEN. Was 1995 mit einem Schulfest der Johann-Peter-Hebel-Grundschule in Gundelfingen für verwaiste Mädchen in Indien begann, entwickelte sich in den Jahren zu einem großen Hilfsprojekt, das an mehreren Stellen in Indien weitreichende Projekte verwirklicht. Wie der Verein "Indienhilfe – Wasser ist Leben" die Spenden der zahlreichen Unterstützer einsetzt, dokumentierten Inge und Günter Dännart sowie Valentin Hettich kürzlich mit einer Bilddokumentation bei einem gut besuchten Informationsabend im Kultur- und Vereinshaus Gundelfingen.

"Die Mehrheit der indischen Bevölkerung ist arm, Millionen haben kein Zugang zu Trinkwasser", verdeutlichte Gerda Geretschläger. Die Ärmsten unter ihnen sind die Mädchen und Frauen – sie sind nach wie vor Menschen zweiter Klasse, verdeutlichte die Gründerin des Vereins "Indienhilfe – Wasser ist Leben". "Töchter sind unerwünscht, jedes vierte Mädchen ist untergewichtig." Ihnen zu helfen ist das Ziel des Gundelfinger Vereins, das er gemeinsam mit der christlich-indische Frauengemeinschaft "Helpers of Mary" umsetzt. Die Partnerorganisation ist an 60 Brennpunkten in Indien tätig. Rund 4.200 Mädchen in verschiedenen Kinderheimen werden von den Mary-Schwestern betreuen.

Inge Dännart konnte bei dem zweistündigen Vortrag von großen Fortschritten der Projektarbeit berichten. Zum Beispiel von der neuen Bildungsakademie auf dem Gelände der Ordenszentrale der Helpers of Mary. Dort werden junge Mädchen zu Schwesternhelferin ausgebildet. Die Reisegruppe besuchte das seit 1995 unterstützte Kinderdorf "Naya Jeevan" sowie das Adivasi-Dorf in Korlai. Mit Spendengeldern wurden in Korlai vier Häuser für die Adivasi errichtet und an weiteren 19 Häusern jeweils das Dach saniert.

"Die Menschen sind sehr dankbar dafür", erzählte Inge Dännart. Anlässlich der Einweihungsfeier übergab sie der Dorfgemeinschaft 250 Metalleimer und Kinderkleidersets an bedürftige Familien.

Im Norden Indiens, in Gangangaon, finanzierte der Verein für die ärmsten Familien Tiefbrunnen mit einfachen Handschwengeln. Jeder Brunnen hilft nun 120 Bauernfamilien. "Mussten die Frauen vorher noch einen halben Tag laufen, um Wasser für die Familie zu holen, liegen heute die Brunnen lediglich einen Kilometer von jeder Siedlung entfernt."

Pumpenhaus wurde saniert

Auch den Wasserspeicher in Veholi, der ganzjährig ein Zentrum der Mary-Schwestern ausreichend mit Wasser versorgt, besuchte die Reisegruppe und belegte die Ergebnisse mit Bildern. Im Mädchenheim in Shevgaon, rund 320 Kilometer nordöstlich von Mumbai, wurde mit den Spenden aus Gundelfingen das Pumpenhaus saniert und mit Solarpaneelen bestückt. Außerdem wurde ein Regenwasserspeicher errichtet. "Mit dem aufgefangenen Regenwasser können jetzt die Felder bewässert werden."

Besichtig hat die Gruppe auch das Slumzentrum Malwani. Der Schulbetrieb für 270 Kinder, die Nähmaschinenkurse samt einer Nähmaschine als Startkapital werden vom Gundelfinger Verein bezahlt. Spenden ermöglichten auch hier den Kauf von 300 Metalleimern für arme Familien. In dem Slum Malwani leben rund 400 000 Einwohner, 20 000 davon stehen unter der Obhut der Schwestern. Die Gruppe reiste insgesamt 2000 Kilometer durch das Land, um die einzelnen Projekte zu besichtigen. "In jeder Einrichtung habe ich aufrichtige und ehrgeizige Schwestern erlebt, die sich konsequent für die Umsetzung der Projekte einsetzen, zum Wohle der bedürftigen Kinder und Familien", versicherte Valentin Hettich, Direktor der Raiffeisenbank Gundelfingen, der die Reisegruppe begleitet hatte. Seit Beginn unterstützt die Bank die Indienhilfe "Wasser ist Leben" und die zum Verein gehörende E.C.H.O-Stiftung.

Hinweis: Informationen zur Indienhilfe "Wasser ist Leben" unter: www. indienhilfe-wasser-ist-leben.de