Wohnen in Freiburg

Breiter sieht 50-Prozent-Quote für Dietenbach kritisch

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Di, 20. November 2018 um 12:04 Uhr

Freiburg

Finanzbürgermeister Stefan Breiter fordert weniger Regulierung für Dietenbach: Die 50-Prozent-Quote sei "nicht der richtige Weg." Damit nimmt er eine andere Position ein als OB Martin Horn.

Freiburgs Finanzbürgermeister Stefan Breiter (CDU) sieht die vorgesehene 50-Prozent-Quote für geförderte Wohnungen beim geplanten Stadtteil Dietenbach kritisch. Damit nimmt er eine andere Position ein als Oberbürgermeister Martin Horn.

Dialogabend bei den Wirtschaftsjunioren

Der Konferenzsaal im Obergeschoss der Industrie- und Handelskammer ist gut besetzt. Die Wirtschaftsjunioren Freiburg beziehungsweise deren Freundeskreis, der Unternehmern und Führungskräften jeden Alters offensteht, haben Stefan Breiter eingeladen, seit April Freiburger Finanzbürgermeister. Regelmäßig finden solche Dialogabende statt. Im Mittelpunkt steht dabei jeweils die an den Gast gerichtete Frage: "Warum sind Sie so geworden, wie Sie sind – und was ist von Ihnen noch zu erwarten? "

"Eine Quote von 50 Prozent geförderter Wohnungen ist nicht der richtige Weg, denn dadurch kommen die Haushalte mit mittlerem Einkommen, die nicht mehr in die Förderung fallen, aber eben auch nicht zu den Großverdienern gehören, besonders unter Druck." Stefan Breiter
Breiter überrascht durch die Offenheit, mit der er von seiner Kindheit im Stadtteil Mooswald und dem Aufwachsen in einfachen Verhältnissen erzählt. Als Hauptschüler mit mäßigem Abschluss schaffte er den Aufstieg zum persönlichen Referenten des baden-württembergischen Ministerpräsidenten, wurde später zum Bürgermeister in Remshalden gewählt und bewarb sich zuletzt mit Erfolg um den Job als Freiburger Finanzbürgermeister.

OB Horn sieht die Quote anders

Dass er Regulierungen des Marktes eher skeptisch gegenübersteht, wurde klar, als es um den geplanten Stadtteil Dietenbach ging. "Eine Quote von 50 Prozent geförderter Wohnungen ist nicht der richtige Weg", so Breiter, "denn dadurch kommen die Haushalte mit mittlerem Einkommen, die nicht mehr in die Förderung fallen, aber eben auch nicht zu den Großverdienern gehören, besonders unter Druck." Das könne sich Freiburg nicht erlauben. Rückendeckung bekam Breiter bei der anschließenden Fragerunde von Immobilienunternehmer Peter Unmüßig: "Es ist doch nachgewiesen, dass eine so hohe Sozialwohnungsquote sich soziologisch negativ auswirkt."

Martin Horn argumentiert, dass die geförderten Wohnungen, die Haushalten mit Bruttoeinkommen bis 4000 Euro vorbehalten sind, der "Mitte der Gesellschaft" helfen würden. Breiter hingegen plädiert für einen flexibleren Ansatz.