"Echo"-Stiftung dient der Ausbildung

Axel Dröber

Von Axel Dröber

Mo, 22. Juni 2009

Gundelfingen

In Gundelfingen wurde vom Indienhilfe-Verein "Wasser ist Leben" im Beisein der "Marys" eine Stiftung ins Leben gerufen worden.

GUNDELFINGEN. Für die Mitglieder der Gundelfinger Indienhilfe "Wasser ist Leben" war es ein besonderer Tag: Zwei Schwestern des indischen Ordens, mit dem der Gundelfinger Verein zusammenarbeitet, waren gekommen, um der Gründung einer Stiftung beizuwohnen, die dem Hilfsprojekt in Indien zugute kommen soll. Im Trausaal des Gundelfinger Rathauses begrüßte Bürgermeister Reinhard Bentler den Besuch aus Indien.

Für den Rathauschef war diese Begrüßung der indischen Gäste nicht nur reine Formalität. Schließlich hatte sich die Gemeinde vor der Gründung des Vereins "Wasser ist Leben" 13 Jahre lang für die Unterstützung des indischen Ordens "Helpers of Mary" und des Kinderdorfes Naya Jeevan in der Nähe von Mumbai engagiert.

Die Initiative war in der Gundelfinger Grundschule von der Lehrerin Gerda Geretschläger ergriffen worden, die heute Vereinsvorsitzende ist. Reinhard Bentler ging auf die Gründe ein, aus denen heraus der Verein gegründet worden war. Ihm sei bewusst, dass dieser Schritt für Irritationen bei den indischen Freunden gesorgt habe. "Aber ein Verein kann sich viel besser um die Mitwirkung der Bürger kümmern", erläuterte Bentler die Entscheidung der Gemeinde, im Januar 2008 die Organisation der Indienhilfe in die Obhut eines neugegründeten Vereins zu geben. Dass die Hilfsprojekte im Verein intensiv weiterverfolgt werden, davon konnten sich alle Anwesenden mit einem Bericht von Gerda Geretschläger überzeugen. Sie stellte die erzielten Fortschritte vor. So sei die Sanierung von drei Kinderhäusern in Naya Jeevan abgeschlossen, ein viertes solle bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Um die Lebensqualität im Dorf weiter zu steigern, habe man Solarenergieanlagen eingerichtet, die den Strom für die Innen- und Außenbeleuchtung der Häuser liefere. Zugleich ist der Kontakt des Vereins zur Johann-Peter-Hebel Schule nicht abgebrochen. Nach wie vor engagieren sich die Gundelfinger Grundschüler in vielfältigen Aktionen für ihre indischen Altersgenossen.

Gabriele Doderer, Rektorin der Schule, stellte dar, wie das Thema gemeinsam mit den Schülern regelmäßig aufgegriffen werde. Erst einen Tag zuvor hatten Mitglieder des Vereins vor den Schülern von den Hilfsprojekten berichtet. "So können wir den Kindern einen Eindruck von Dingen vermitteln, die eigentlich fernab ihrer Welt sind", erklärte Doderer. Schwester Leela und Schwester Rohini fühlten sich in der gastfreundlichen Atmosphäre sichtlich wohl. Gundelfingen sei einfach wunderbar, meinte Schwester Leela. "Jeder in der Gemeinde weiß über unseren Besuch Bescheid", erzählte die Ordensschwester von ihrem Eindruck beim Spaziergang in Gundelfingen. Nachdem die Idee in der Schule entstanden war, die Gemeinde zunächst als Träger fungiert hatte, hatten sich tatsächlich viele weitere Förderer dem Projekt angeschlossen.

Insbesondere die christlichen Gemeinden in Gundelfingen, aber auch die Raiffeisenbank mit ihrem Ex-Vorsitzenden Fritz Karcher und eine ganze Mediengruppe unterstützen den Verein. Schließlich war es das testamentarische Vermächtnis eines Gundelfinger Ehepaares, das die Gründung der Stiftung ermöglichte.

Dieses Vermächtnis sei mit einer Stiftung am besten vom Verein zu verwalten, erklärte Martin Behrens, der als Rechtsanwalt den Stiftungsakt vorbbereitet hatte. Die Stiftung trägt den Namen ECHO (Education Creates Hopes Opportunities) tragen soll. Für Gerda Geretschläger war damit ein besonderer Moment gekommen. "Es ist etwas sehr Bewegendes, dass die Gründung im Beisein der Ordensschwestern vollzogen werden kann", gab Geretschläger ihrer Freude Ausdruck. Die Stiftung solle vielen Kindern zugute kommen. Sie dankte Fritz Karcher und Inge Dännart für ihre Bereitschaft, die Posten als Vorsitzende zu übernehmen.

Dem Stiftungsrat gehören außerdem Bürgermeister Bentler, Erika Schäfer, Artur Kessler, Rudolf Sauerbier sowieGerda Geretschläger selbst an.