Investiert wird in Bildung und Gesundheit

ast

Von ast

Do, 14. April 2016

Gundelfingen

Bilanz der Gundelfinger Indienhilfe "Wasser ist Leben" / Unterstützung für junge Mädchen.

GUNDELFINGEN (ast). Indien ist das Land der zwei Gesichter zwischen boomender Industrie und größter Armut. Millionen Familien leben unterhalb der Armutsgrenze. Ungeachtet von Kasten- oder Religionszugehörigkeit helfen die Schwestern "Helpers of Mary" den Ärmsten der Armen, Kastenlosen, Ureinwohnern und Leprakranken. Den Ordensschwestern unter die Arme greifen seit 20 Jahren Helfer der Gundelfinger Indienhilfe "Wasser ist Leben". Mittlerweile ist diese in vier Bundesstaaten Indiens tätig, so die Jahresbilanz des Vereins.

Schwerpunkt der Gundelfinger Hilfe waren 2015 laufende Projekte in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Bildung und Ressourcenschutz. Insgesamt überwies die Indienhilfe rund 196 000 Euro. Die Fördermittel stammen aus Einzelspenden, Patenschaftsbeiträgen und den Stiftungserträgen der Echo-Stiftung. Das Mädchenheim in Naya Jeevan erhielt Hilfe beim Unterhalt der mehr als 200 Mädchen, für Vieh- und Feldwirtschaft, Medikamente, Schulmaterialien, Hausaufgabenbetreuung und für Sanierungen.

Finanziell unterstütz wurden zudem vier weitere Mädchenheime auf dem Hochland von Dekkan und in West-Bengalen. Gefördert wurden Aus- und Fortbildungen von 63 Ordensfrauen und Berufsausbildungen für 120 Mädchen – zum größtenteils stammt das Geld für die Ausbildung aus den Erträgen der Echo-Stiftung. Der Slumschule Malwani, Anlaufstelle für 300 Kinder, wurde mit Mitteln für Lehrergehälter, Schulartikel und Obst geholfen. Im Slum Malwani wurde die Ausbildung von 60 Taxifahrerinnen und 20 Näherinnen übernommen, die eigene Nähmaschinen bekommen hatten.

Brunnenbau und Solarprojekte

Auch Einzelprojekte wurden gefördert. Adivasi-Kinder im Kindergarten Korlai erhielten Schulartikel und Kleider. In der Gebirgsregion der West Ghats wurde ein Bohrbrunnen finanziert, fünf Mädchenheime des Nordens wurden mit Solaranlagen zur Erzeugung von Strom und Warmwasser ausgestattet. Notfallhilfe gab es für ein Dorf im Norden, nach einem Brand und im Slum Malwani. Je 50 Wolldecken erhielten zwei Mädchenheime am Fuße des Himalayas, 3000 Brillen wurden an Kinderheime und für Medical Camps im Norden übergeben, 200 Flöten an Mädchenheime und den Ordensnachwuchs "Für alle Fördermaßnahmen 2015 liegen uns staatliche beglaubigte Nachweise für die Spendenverwendung vor", verdeutlichte Gerda Geretschläger, Vorsitzenden der Indienhilfe. "Transparenz ist für uns ein wichtiges Kriterium." Außerdem besuchten 2015 Mitglieder der Indienhilfe – auf eigene Kosten die verschiedenen Heime in Indien, um sich von der Verwendung der Gelder selbst zu überzeugen. "Bei den Marys können wir sicher sein, dass jeder Cent ankommt."

Neben den Förderungen will der Verein 2016 die Ausbildung von Schwestern vor allem im Rechtswesen und in medizinischen Bereichen fördern. In vier Mädchenheimen im Norden Indiens wird die Initiative aus Gundelfingen den Bau von Solaranlagen unterstützen. Insgesamt sind für 2016 rund 168 000 Euro Förderung eingeplant. Im Sommer werden zwei Krankenschwestern der indischen Partnerorganisation ein Praktikum im Bereich der Palliativmedizin absolvieren.

Unter dem Motto "Kindern Perspektiven geben" findet am 11.Juni ein Benefizkonzert mit der Symphonic Wind Band LURE/Rheinfelden im Bürgerhaus Freiburg-Zähringen statt.

Weitere Informationen unter http://www.indienhilfe-wasser-ist-leben.de