15 Kinder lernen, mit Notfällen richtig umzugehen

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Fr, 24. November 2017

Grenzach-Wyhlen

Der Erste-Hilfe-Kurs für Grundschüler des Familienzentrums ist ein echter Renner und jedes Mal gleich ausgebucht.

GRENZACH-WYHLEN. Im Familientreff in Wyhlen haben 15 Kinder zwischen sechs und elf Jahren am Mittwochnachmittag den Erste-Hilfe-Kurs für Grundschüler besucht und hatten dabei einen riesen Spaß. Das korrekte Absetzen eines Notrufs stand dabei ebenso auf dem Lehrplan, wie das Anlegen eines Verbands, die stabile Seitenlage und die Wiederbelebung.

"Auch Kinder können unverhofft in Notsituationen geraten," so beginnt die Beschreibung des Kurses im Programmheft des Familienzentrums Rheinfelden, der bereits zum vierten Mal angeboten wurde und wie üblich ausgebucht ist. Und auch der Kurs selbst startet ähnlich: "Wer von euch war den schon einmal in einer Situation, in der Erste Hilfe nötig war"? Sebastian Hirtle, Sanitäter des Werksärztlichen Dienst bei Evonik, dem Kooperationspartner des Familienzentrums, erntet nach dieser Frage gleich eine wahre Flut von Geschichten. Ein Junge hat sich das Ohr aufgeschlagen und musste geklebt werden. Ein anderer musste sogar schon mal genäht werden, diese Erzählung löst gleich ehrfürchtiges Tuscheln unter den anderen Teilnehmern aus. Den Kopf angeschlagen, oder ein Bein verstaucht haben sich schon einige. Mit kleinen Notfällen hat jedes der Kinder schon einmal zu tun gehabt, mit größeren glücklicher Weise keines. Wie wichtig die richtige Reaktion ist, wissen aber trotzdem alle.

Kurs wird auf kindgerechte Weise gestaltet

Auf den ersten Blick scheinen die Kinder noch ein bisschen zu jung für einen solchen Kurs, doch eigentlich kann man mit dem Thema gar nicht früh genug anfangen, da es ihnen die Unsicherheit nimmt. "In dem Alter sind die Kinder noch so schön unbefangen, sie machen alles mit, was im Kurs angeboten wird und haben Spaß daran," erklärt Agnes Deiß, Koordinatorin des Familientreffs. Das machen sie wirklich. Mit Feuereifer sind die zehn Jungs und fünf Mädchen dabei und überlegen zum Beispiel, warum es wohl gefährlich ist, wenn man in Ohnmacht fällt. "Wenn man auf der Straße umfällt und dann gerade ein Laster kommt, der nicht bremst, weil er einen nicht sieht, weil es schon dunkel ist?" ist die kreative Idee eines der Jungs.

Hirtle gestaltet den Kurs auf eine sehr kindgerechte Art und Weise. Immer wieder erklärt er die fünf W-Regel eines Notrufs und wie wichtig er ist. "Ruft zuallererst den Notruf, umso schneller geht es bis ihr Hilfe bekommt," schärft er den kleinen Rettern ein, lässt sich geduldig Arme und Beine in Mull wickeln oder auf dem Boden in die stabile Seitenlage rollen. Am Schluss zeigt er den Kindern noch den Krankenwagen von Innen – für die richtige Stimmung natürlich mit Blaulicht. Am Besten hat den meisten aber die Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Puppe gefallen, da konnten sie sich so richtig austoben.