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18. August 2012

Abkühlung und Schatten gesucht

An den kommenden Tagen soll es bis zu 38 Grad heiß werden / Gefahr durch sehr große Wärmebelastung und Hitzschlag.

  1. Sprung ins abkühlende Nass – welche Erfrischung an heißen Tagen! Foto: Janina Ruth

KREIS EMMENDINGEN. Wochenlang wurde über den weitgehend ausbleibenden Sommer gejammert: Vielen war es zu kalt, zu wolkig, zu regnerisch. Auch wenn Südbaden in dieser Hinsicht etwas besser wegkam, fragten sich viele: Wie konnte man solche Verhältnisse denn nur Sommer nennen? Doch was bisher an Hitze gefehlt hat, wird nun in wenigen Tagen wettgemacht. Auf bis zu 38 Grad soll das Thermometer am Wochenende im Kreisgebiet klettern!

Stellenweise können die Temperaturen sogar noch darüber liegen, prophezeien Meteorologen, sogar die 40-Grad-Marke könnte in Innenstädten geknackt werden. Dies freut Eisverkäufer und Getränkelieferanten, aber die Hitze kann auch gefährlich werden: Vor allem ältere und chronisch kranke Menschen sind gefährdet, warnen Mediziner und raten zu Schatten und genügend Trinken. Auf der Website des Deutschen Wetterdienstes sind für die nächsten sieben Tage ohne Pause "Wettergefahren" angekündigt: Am Wochenende sehr große Wärmebelastung, Anfang nächster Woche kommen Gewitter hinzu.

Gefährlich ist dieses Wetter vor allem für ältere Menschen, denn oft nimmt ihr Durstgefühl ab. Die verlorene Flüssigkeit wird nicht ausgeglichen und der Körper verliert die Möglichkeit, seine Temperatur zu regulieren, erklärt Dr. Armin Dietz, Amtsleiter des Emmendinger Gesundheitsamts.

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Diese Gefahr nehmen auch die Altenpflegeheime im Kreisgebiet ernst. Sie sorgen zum Beispiel für kühlere Räume durch nächtliches Lüften und achten darauf, dass gefährdete Bewohner verstärkt trinken, so Ursula Zürcher, Pflegedienstleiterin der Metzger-Gutjahr-Stiftung. Allerdings seien die Pfleger so an die Arbeit gewöhnt, dass solche vorbeugenden Maßnahmen schon automatisch ablaufen. Auch im Haus St. Katharina in Endingen achtet man mit Trinkprotokollen darauf, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Allerdings habe man die Erfahrung gemacht, dass die Bewohner die Wärme gut vertragen, da sie sonst häufig frieren, sagt Hausleiterin Ulrike Huber.

Aber an einem Wochenende mit Breisgauer Weinfest in Emmendingen und Breisgau-Triathlon in Riegel und Malterdingen kann das heiße Wetter auch für junge, gesunde Menschen zur Gefahr werden. Denn manche könnten beim Sport und in der Freizeit ihre "Hitzefestigkeit" überschätzen.

Dietz: Auf keinen Fall Warnsignale ignorieren!

Auch zu großer Weinkonsum verfälscht die Körperwahrnehmung. Man ignoriert Warnsignale, was zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag führen kann, erläutert Experte Dietz vom Gesundheitsamt. Dieser entsteht, wenn der Körper mehr Wärme aufnimmt als er abgeben kann. Das vegetative Nervensystem verliert dann die Kontrolle über die Temperaturregulierung. Die Symptome gleichen einem normalen Fieber. Man sollte dann sofort einen Arzt aufsuchen.

Auch beim Sport kann Überbelastung zu einem Verlust der Kontrolle der Körpertemperatur führen. Beim Breisgau-Triathlon sieht Dietz aber wenig Gefahr: "Wer daran teilnimmt, hat seine Flüssigkeitsversorgung gut trainiert", so der Experte. Die Gefahr drohe demnach nur, wenn die Sportler aus übermäßigem Ehrgeiz die Signale des Körpers ignorieren. Im Ernstfall solle man das Rennen unterbrechen, rät der Fachmann. Der Veranstalter hat sich jedenfalls gut auf die äußeren Bedingungen vorbereitet, damit es nicht zu Hitzeschäden kommt.

Auch der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes hat sich gut auf die Hitzwelle vorbereitet. Er rechne zwar mit mehr Einsätzen als sonst, sagt Projektleiter Erwin Hildebrand, aber die Kapazitätsgrenze wird nicht erreicht werden, glaubt er, denn am Wochenende fahren auch verstärkt Krankentransporte, die im Notfall zur Rettung kommen können.

Im Emmendinger Kreiskrankenhaus bereiten die wohl bevorstehenden Rekordtemperaturen nur wenig Sorgen. Der stellvertretende Verwaltungsdirektor Andreas Thomsche verlässt sich auf seine Mitarbeiter, die schon mehrere Hitzewellen bewältigt haben und genau wüssten, worauf man achten muss.

Autor: Janina Ruth