Bewegende Lieder in vier Sprachen

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

Di, 30. Oktober 2018

Au

Konzertabend mit den Männergesangvereinen Sängerrunde Au, Schwarzwald Oberried und dem Kinderchor.

AU. Vier Sprachen, drei Chöre, zwei Ehrungen und ein fantastischer Abend ließen den Samstag im Bürgerhaus in Au ausklingen. Der Männergesangverein (MGV) Sängerrunde Au hatte zum Jahreskonzert geladen und begeisterte mit einem breiten musikalischen Repertoire.

So eifrig und inbrünstig wie die Großen sangen die Kinder, als sie ihre vier Lieder aufführten. Der Kinderchor des Fördervereins Au hatte sich ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das er mit seiner Chorleiterin Jona Stöfken souverän zum Besten gab. Tumbalalaika hieß eines der Stücke und ist ein jüdisches Volkslied aus Russland. Auf Jiddisch wurde es auch gesungen und handelte vom Unnahbaren und Unfassbaren der Liebe, die sich jeglichen rationalen und logischen Erklärungen zu entziehen scheint.

Aber auch Lässiges und Witziges fand den Weg ins Programm der Kinder: Peter Janssens "Schwindelein-Kinderlied" etwa. Wo sonst kann man so schön und so lustig flunkern und das, was man vielleicht ohnehin schon über Lehrer und Eltern dachte, aussprechen? Die Lacher hatten die Kinder auf ihrer Seite. Genauso war es auch beim "Dorfkind-Popsong", der so manches Klischee zum Landleben bewusst auf den Kopf stellte.

So ganz und gar nicht schwarzwälderisch – sofern es das denn gibt – war der MGV Schwarzwald Oberried zunächst unterwegs, als er "Kad si bila mala mare" mehrstimmig und versetzt sang. Das kroatische Lied dürfte für Ungeübte schon vom Titel her ein Zungenbrecher sein, den die Männer aber routiniert darboten. "New York, New York" war eines der weiteren, nicht in deutscher Sprache gesungenen Lieder. Aber auch hiesiges Liedgut kam nicht zu kurz.

"Irgendwo auf der Welt" oder "Es war so schön mit dir" sind nur zwei der Lieder, die der MGV Sängerrunde Au als Gastgeber präsentierte. Nachdenklich, ein wenig schwermütig, aber dann doch irgendwie zum nahenden Novemberwetter passend, war der Text dieser Lieder. Eine interessante Stimmung zwischen wehmütiger Rückschau auf endgültig Vergangenes einerseits und dem gleichzeitigen Blick in die Zukunft andererseits schufen sie durch das Singen ihrer Lieder. Aber auch Heiteres war im Programm: "Mein kleiner grüner Kaktus" war einer der Klassiker, die niemals alt werden. Und spätestens zu Charles Trenets "La Mer", aber auf Deutsch, war die Schwermut dem sanften Brechen und Auslaufen der Wellen des Meeres gewichen.

Wilhelm Buttenmüller und Josef Behrle haben beide die 80 schon überschritten. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten der beiden Geehrten noch nicht. 65 Jahre sind sie schon bei der Sängerrunde Au. Beide seien sie ortsverbunden und Zimmermänner gewesen, wie Wolfgang Schanz, der Vorsitzende der Sängerrunde, in seiner Ansprache betonte. Ein Quiz mit Fragen zu 1953, dem Jahr des Eintritts der beiden, rundete die Ehrung ab.

Um das Rätsel um die vierte Sprache zu lösen: Es war italienisch. Und es war der Oberrieder Chor, der mit "La Montanara" eine Atmosphäre schuf, in der sich vor dem geistigen Auge eine Alpenlandschaft in warmen Farben und langen Schatten auftat, in der die Sonne dabei war zu versinken. Wohlig warm im Klang und mehrstimmig war es eine ganz besondere Stimmung gewesen.