Veranstaltungen im Bürgerhaus werden teurer

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mi, 02. August 2017

Au

Rat Au stimmt Erhöhungen für Vermietungen zu, Vereine sind davon ausgenommen / Gebäude kostet Gemeinde 228 000 Euro im Jahr.

AU. Das Bürgerhaus Au ist ein beliebter Veranstaltungsort, nicht nur für die örtlichen Vereine. Aber es kostet Geld, für die Gemeinde und die Nutzer. Das wurde jetzt im Gemeinderat deutlich. Wer das Bürgerhaus nun für eine externe Veranstaltung anmietet, muss dafür mehr bezahlen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, im Rahmen der Benutzungs- und Gebührensatzung, die Kosten zu erhöhen. Zugleich stellte die Wählergemeinschaft für Bürgernähe und Umweltschutz (WBU) einen Antrag, dass die Gruppierungen des Gemeinderats Räume des Bürgerhauses kostenlos für Veranstaltung nutzen können.

Arno Mattes stellte den Antrag vor. Er begründete die Forderung damit, dass die Parteien an der politischen Willensbildung im Ort mitwirken sollen. Die Satzung stelle aber nicht sicher, dass die Fraktionen das Bürgerhaus kostenlos nutzen könnten. Das solle aber in der Satzung festgeschrieben werden. Bürgermeister Jörg Kindel entgegnete, dass in der bestehenden Satzung sehr wohl dazu die Möglichkeit bestehe. Gleich an zwei Stellen sei geregelt, dass die Verwaltung eine Vergabe erteilen kann. Dieter Bauer (Wählervereinigung Au) verwies darauf, dass durch diese Regelung politische Veranstaltungen in der Halle abgehalten werden könnten, die man nicht wolle. "Es können auch mal andere Gruppierungen als jetzt im Gemeinderat sitzen", stimmte Kindel zu, ohne diese aber zu benennen.

Matthias Seelmann-Eggebert (WBU) drohte zuerst damit, die Satzung als Ganzes abzulehnen, zugleich schlug er einen Kompromiss vor, der in der Abstimmung akzeptiert wurde: Die Satzung regelt, dass Auer Vereine einmal jährlich den Bürgersaal samt Küche kostenlos nutzen dürfen. In diesem Abschnitt könnten auch die Gemeinderatsfraktionen erwähnt werden. Der ursprüngliche Antrag sah keine Begrenzung bei den Veranstaltungen vor.

Volle Auslastung des Hauses ist nicht gewünscht

Zuvor zeigte Nicole Horstkötter, wie das Bürgerhaus genutzt wird. Mit der Gemeinde organisiert sie den Betrieb des Gebäudes. Sie zog ein positives Fazit. Das Haus sei nicht komplett ausgelastet. Das sei aber so gewollt, um Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen. Zudem genehmige man möglichst wenig private Feiern. Auch die Seminarräume seien gut belegt: "Wir sind da am Anschlag", so Horstkötter. Rege werde das Haus von den örtlichen Vereinen genutzt: "Das ist auch Sinn und Zweck des Hauses", sagte Horstkötter. Anfragen kämen auch für Firmenfeiern oder Kongresse.

Nicht immer fänden die Veranstaltungen statt, etwa, weil im Foyer keine Präsentationen vorgestellt werden könnten. Solche Anfragen seien aber die arbeitsintensivsten, die Raummiete gleiche den Aufwand nur bedingt aus. Auch deswegen sollten hierfür die Preise erhöht werden. "Die örtlichen Vereine wird es nicht betreffen", betonte Horstkötter. Der Blick auf vergleichbare Veranstaltungsorte zeige, dass Au vergleichsweise günstig sei. "Eine Anpassung der Preise ist mehr als gerechtfertigt", sagte Horstkötter.

Die Preiserhöhung fußt auf einer Kalkulation der Verwaltungsgemeinschaft Hexental, zuletzt wurden die Gebühren 2012 geändert. Marina Bösch vom Rechnungsamt stellte die Berechnung vor. Der Durchschnitt aus den Jahren 2014 und 2015 zeige einen Kostendeckungsgrad von 23 Prozent, mit der Änderung steige er auf 29 Prozent. Die Kosten des gesamten Gebäudes lägen bei 228 000 Euro jährlich. Einnahmen hat die Gemeinde 53 000 Euro. Mit der Erhöhung rechne Bösch mit Einnahmen von 67 000 Euro abzüglich 18 200 Euro. Das sei die Gesamtsumme der Vermietung an die Vereine, die diese aber nicht zahlen, da sie eine Nutzung frei haben.

"Wir sprechen über eine moderate Gebührenanpassung", so Bürgermeister Kindel. Wer nun eine Veranstaltung in Au organisieren möchte, kann als neue Möglichkeit Komplettpakete buchen, in denen nicht nur der Saal mit Foyer und Empore dabei ist, sondern auch die Küche, Technik und Reinigung. 1250 Euro kostet das Gebäude dann für eine ganztägige Veranstaltung. Wer zum Beispiel nur den Bürgersaal mit Bühne, Empore und Foyer bucht, zahlt 650 Euro pauschal für einen Tag. Davor lag der Betrag bei 520 Euro.