Frieder Burda tritt kürzer

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Von dpa

Mi, 28. Dezember 2016

Ausstellungen

Baden-Badener Kunstsammler gibt Stiftungsvorstand ab.

Der Baden-Badener Sammler und Kunstmäzen Frieder Burda blickt verständnislos auf den überhitzten Kunstmarkt. "Die derzeitigen Preise sind jenseits von Gut und Böse. Wo soll das enden?" Wer Kunst als Spekulationsobjekt kauft, kann nach seiner Meinung böse erwachen: "Da genügt ein kleines Beben, und die ganzen Spekulationen entpuppen sich als Blase", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Zugleich kündigte er an, sich auf Dauer ganz aus der Arbeit des von ihm gegründeten Museums Frieder Burda in Baden-Baden zurückziehen. Im Laufe des nächsten Jahres will er den Stiftungsvorstand abgeben und seine Sammlung verjüngen.

"Nach 40 Jahren Sammlungstätigkeit bin ich nicht mehr der, der für kontinuierliche Erneuerung steht. Eine Sammlung muss sich aber weiter entwickeln", betonte er. Seine Stieftochter Patricia Kamp, die ihn schon seit Jahren über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden hält, habe "unglaubliche Ideen". Sie soll künftig ein besonderes Augenmerk auf junge Kunst haben. "Es ist ein Glücksfall, dass sie als Kunsthistorikerin die Sammlung fortsetzen und verjüngen wird. Noch treffe aber ich die letzte Entscheidung über einen Ankauf." Denn, so betonte er: "Bilder kaufen ist noch immer meine Lieblingsbeschäftigung."

Sein Museum in Baden-Baden hat er indessen mit neuer Leitung für die Zukunft fit gemacht. "Mit meinen 80 Jahren wollte ich das Haus vorbereiten für die nächste Generation und dafür sorgen, dass es weitergeht. Dies ist mir hoffentlich gelungen." Mit Henning Schaper als neuem Direktor ab Mai 2017 sei der Generationswechsel nun erfolgreich eingeleitet.

Frieder Burda gilt als bedeutender Kunstsammler. Seine Sammlung umfasst 1000 hochkarätige Werke moderner und zeitgenössischer Kunst. Der mittlere von drei Söhnen des Verlegerehepaares Franz und Aenne Burda hat an Baden-Badens Prachtmeile, der Lichtentaler Allee, 2004 ein Museum eröffnet, das er weitgehend ohne öffentliche Gelder unterhält.