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26. November 2016

170 Künstler

Regionale 17: Spannender Einblick ins Kunstschaffen im Dreiländereck

"Regionale 17" mit Arbeiten von 170 Künstlern in 19 Häusern bietet einen spannenden Einblick ins Kunstschaffen im Dreiländereck.

Über die Grenzen gehen, nicht nur geografisch, sondern auch in den künstlerischen Medien: Dies ist das Anliegen der trinationalen Ausstellung "Regionale 17". Gerade in Zeiten von Abgrenzung sei dieses grenzüberschreitende Projekt besonders wichtig, sagte Geschäftsführerin Felizitas Diering am Freitag in Riehen bei der Vorstellung der 17. Ausgabe. 170 Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Arbeiten verteilt auf 19 Häuser in Basel, Muttenz, Liestal, Weil am Rhein, Freiburg, Mulhouse und Straßburg: ein spannender Einblick in das aktuelle Kunstschaffen aus dem Dreiländereck. Es sind weniger Künstler als im vorigen Jahr. 127 wurden nach Sichtung der 650 eingereichten Dossiers ausgewählt, die restlichen wurden ohne Bewerbung eingeladen. Mehr als die Hälfte der Ausstellenden kommt aus der Schweiz.

Vernetzungen und Austausch stehen stark im Fokus. So kooperieren das Kunsthaus Baselland in Muttenz und La Kunsthalle in Mulhouse, die gemeinsam das Thema Stadt ins Blickfeld rücken. Die Schriftstellerin Jennifer K. Dick hat speziell einen Text zum Ausstellungsthema verfasst. Der Beitrag im Ausstellungsraum Klingental in Basel wird von der südafrikanischen Gastkuratorin Kadiatou Diallo konzipiert. Die Idee ist, sich zu öffnen für eine Begegnung mit einem anderen sozialen und kulturellen Hintergrund. Die Gastkuratorin aus Kapstadt sieht es als Experiment, als eine Bühne für Begegnungen. Diallo ist seit drei Monaten in der Schweiz, arbeitet hier mit bildenden Künstlern, mit Wortklang- und Performance-Artisten, auch mit Literaten zusammen, deren Geschichten sie beleuchten möchte. Dabei geht es ihr um Integration, Assimilation, Dazugehörigkeit.

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"Beyond The Real" ist der Titel und der rote Themenfaden in der Kunsthalle Basel. Sieben junge Kunstschaffende setzen sich mit der Realität und der Wirklichkeit von heute auseinander. Die einen tendieren ins Surreale, die anderen mehr zum Dokumentarischen im Umgang mit Dingen und Materialien. Die "Shades of Grey" im Kunst Raum Riehen haben nichts mit dem gleichnamigen Film und Bestseller zu tun, sondern beziehen sich auf die dezente Farbgebung, die reduzierten Farbtöne in den Arbeiten. Kuratorin Kiki Seiler-Michalitsi ist es wichtig, dass die Künstler genügend Platz und Raum haben, um sich zu entfalten. Das Thema Faltungen ist ebenso anzutreffen wie Computer-Arbeiten und Gipsreliefs.

In der Städtischen Galerie Stapflehus in Weil am Rhein haben die Kuratorinnen Sonja Gasser und Josepha Bosshart darauf geachtet, dass sich die acht Künstlerinnen und Künstler auf die besondere Architektur dieses Hauses aus dem 16. Jahrhundert einlassen. "Alle haben sich mit ihren Werken auf das Haus eingestellt", so Gasser. Eine Videoarbeit greift die Wendeltreppe auf, eine Malerei verweist auf die Hecken vor dem Fenster, auch die eingebauten Nischen werden genutzt in dieser engen Verbindung von Raum und Kunst. Auch im Projektraum M 54 in Basel gehen die Künstler mit ortsspezifischen Arbeiten auf den Raum ein.

"Die zweite Natur" nennt sich die Schau im Haus für elektronische Künste Basel. In elf Positionen sieht man medial und virtuell vermittelte und digital gespeicherte Wahrnehmungen von Natur: von einer Schattenlandschaft über Sternenbilder bis zur audiovisuellen Sommerwiese. "Border-Crossing" – über Grenzen gehen – ist das große Thema in der FabrikCulture im elsässischen Hegenheim, wo Künstler zu sehen sind, die in der Biografie, in den Arbeiten, Techniken und Materialien Grenzen überschreiten. Einen Blick auf die Basler Kunstszene wirft der Palazzo Liestal in einer intimen Ausstellung mit berührenden Arbeiten wie einer Installation aus 93 Spazierstöcken, die von Spuren der Menschen erzählt.

In Freiburg bringt das Kunsthaus L 6 unter dem Titel "Spuren finden, Zeichen setzen" Kunstpositionen, die stark vom Arbeiten mit Materialien geprägt sind, seien es Staubspuren oder Abdrücke von Alltagsgegenständen in Tonplatten. "Lebensspuren" und Gedankenspuren geht man im E-Werk nach. Das T 66 Kulturwerk beschäftigt sich mit dem Thema Raum. Im Kunstverein Freiburg wird in der Ausstellung "Was tun mit der Zeit" in prozesshaften, teils vor Ort entstandenen Arbeiten die Frage nach der Zeit im beschleunigten Kunstbetrieb gestellt.

"Regionale 17", bis 8. Januar. Eröffnung Samstag, 26. November, Stapflehus Weil am Rhein 17 Uhr, Kunstraum Riehen 11 Uhr, Kunsthalle Basel 19 Uhr.

Autor: Roswitha Frey